Enschede: Entwarnung nach Bombenalarm - DER SPIEGEL
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Enschede Entwarnung nach Bombenalarm

Neun Tage nach der Explosionskatastrophe sorgte eine neue Schreckensmeldung für Aufregung in Enschede: Bombenalarm im Rathaus der Stadt. Inzwischen ist Entwarnung gegeben worden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Enschede - Wie der Bürgermeister der Stadt, Jan Mans, mitteilte, handelte es sich bei dem verdächtigen Paket um eine Sendung aus München, jedoch ohne genauen Absender. Das Rathaus war kurz vor zwölf Uhr vorsorglich geräumt worden. Der Inhalt des Paketes habe sich aber als harmlos herausgestellt.

Unterdessen haben Suchtrupps ein weiteres Opfer unter den Trümmern geborgen. Die Zahl der Toten erhöhte sich damit auf 18. Vier Menschen wurden noch vermisst.

Die Chefs der Feuerwerksfabrik von Enschede haben nach einem Zeitungsbericht bei ihren ersten Verhören am Wochenende jegliche Schuld an der Explosionskatastrophe von sich gewiesen. Wie das "Algemeen Dagblad" am Montag berichtete, erklärten Ruud Bakker und Willem Pater, die sich am Wochenende bei der Polizei gemeldet hatten, dass sie ihren Betrieb entsprechend den Vorschriften geführt hätten. Sie seien weder moralisch noch juristisch schuldig.

Behauptungen über illegale Lagerung so genannter Titaniumbomben hätten die beiden Fabrikbesitzer als Unsinn zurückgewiesen. Sie hätten auch bestritten, dass in den Stunden vor der Explosion auf dem Fabrikgelände ein Feuerwerk vorbereitet worden sei, das am Abend abgebrannt werden sollte, berichtete das "Dagblad".

Nach Darstellung der Zeitung wollten sich die beiden Direktoren sofort nach der Explosion am 13. Mai bei der Justiz melden. "Ihr Anwalt C. Kroep aus Hengelo hat ihnen davon jedoch abgeraten und ihnen empfohlen, unterzutauchen", hieß es in dem Blatt. Andere Anwälte hätten ihnen schließlich empfohlen, sich zu stellen.

Bakker und Pater seien ärztlich untersucht worden, nachdem sie sich am Freitag beziehungsweise Samstag bei der Polizei gemeldet hatten, berichtete "De Telegraaf" am Montag. Nach Angaben ihrer Anwälte waren sie schwer traumatisiert und standen unter Schock.