Enschede: Immer noch mehr als 200 Menschen vermisst - DER SPIEGEL
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Enschede Immer noch mehr als 200 Menschen vermisst

Auch vier Tage nach der Katastrophe von Enschede ist die Zahl der Toten und Vermissten unklar. Bislang wurden 16 Leichen aus den Trümmern geborgen. Die offiziellen Angaben zur Zahl der Vermissten schwankt zwischen 200 und 400 Menschen.
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Enschede - Bei der Explosion von vermutlich mehr als 100 Tonnen Feuerwerkskörpern sind nach jüngsten Zahlen insgesamt 643 Menschen verletzt worden. 37 lagen am Mittwoch noch in Krankenhäusern, fünf davon auf der Intensivstation. 350 bis 400 Häuser wurden völlig vernichtet, etwa 1000 beschädigt. Die Sachschäden wurden auf eine halbe Milliarde Mark geschätzt. Wohnungsbaugesellschaften in Enschede hoffen, noch innerhalb einer Woche vorübergehend Sozialwohnungen für die obdachlos gewordenen Menschen bereitstellen zu können. Privatleute haben 200 Wohnungen zur Überbrückung zur Verfügung gestellt.

Die niederländische Regierung hat den Betroffenen Unterstützung aus einem vor Jahren eigens eingerichteten Katastrophenfonds zugesagt. Davon sollen vor allem jene profitieren, die nicht versichert waren. Außerdem hat das Gesundheitsministerium angekündigt, die medizinische und psychologische Nachbetreuung zu steuern. In einem ersten schriftlichen Bericht an das Parlament wurde die sofortige Überprüfung von 71 Betrieben angekündigt, die mit der Aufbewahrung von Feuerwerkskörpern zu tun haben.

Über die Ursache der verheerenden Detonationen am Samstag gibt es bisher nur Vermutungen. Im niederländischen Fernsehen vertrat ein Experte die Ansicht, dass die unsachgemäße Lagerung von Feuerwerkskörpern in den umstrittenen Containern für See-Transporte ein wichtiger Faktor gewesen sei. Zuerst seien dort Vorräte in Brand geraten, anschließend habe der Brand in offenbar offen stehende Bunker übergriffen. Er zweifelte auch an, ob S.E.Fireworks nur die genehmigten Mengen gelagert habe. Die Justiz hat bereits zwei strafrechtliche Ermittlungen - gegen die Fabrik und gegen unbekannt - eingeleitet. Außerdem gibt es eine amtliche Untersuchung.