Entblößte Brust: Wer stillt, fliegt raus - DER SPIEGEL
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Entblößte Brust Wer stillt, fliegt raus

Frauen, die ihre Babys öffentlich stillen, sind im australischen Bundesstaat Victoria offensichtlich nicht gern gesehen - zumindest wenn sie ihre Brust im Parlamentssaal entblößen. Da hilft es auch nicht, wenn die Mutter Abgeordnete ist.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Sydney - Muttermilch ist das Beste, was ein Baby als Nahrung bekommen kann. Darüber sind sich die meisten Wissenschaftler einig. Doch im Parlament des australischen Bundesstaates Victoria ist das offenbar egal - zumindest darf die Abgeordnete Kirstie Marshall ihr Baby nicht im Hohen Hause stillen. Um das Kind zu füttern, muss sie den Sitzungsraum verlassen.

Die ehemalige Olympiateilnehmerin und jetztige Abgeordnete berichtete, sie hatte das Baby gerade angelegt, als ein Parlamentsdiener gekommen sei und sie aufgefordert habe, in einen anderen Raum zu gehen. Der Rauswurf der Abgeordneten wurde damit begründet, dass das elf Tage alte Baby kein gewähltes Mitglied der Kammer sei, meldete die australische Nachrichtenagentur AAP am Mittwoch. Sie wolle sich an die Regel halten, hoffe aber, ihrem Baby künftig auch im Plenarsaal die Brust geben zu dürfen, erklärte Marshall.

Die Entscheidung, die junge Mutter des Saales zu verweisen, stieß auf scharfe Kritik des "Australischen Verbandes für das Stillen". "Wir denken, dass ein Säugling jederzeit und überall gestillt werden sollte", sagte der Direktor des Verbandes, Lee King. "Das ist das Recht eines Babys." Es seien schließlich Parlamentarier in Victoria gewesen, die vor vier Jahren eine Kampagne gegen ein Verbot des Stillens in der Öffentlichkeit gestartet hätten, hieß es.