Entführte Urlauber Die Vermittler sind wieder optimistischer
Jolo - Die Geiseln befänden sich an einem sicheren Platz, sagte Abu-Sayyaf-Sprecher, Abu Escobar, der Nachrichtenagentur AP. Die 21 Verschleppten seien tiefer in den Dschungel gebracht worden. Die Gruppe habe am Donnerstag beschlossen, jede Bitte um eine sofortige Freilassung der kranken 57-jährigen Deutschen Renate Wallert und des Franzosen Stéphane Loisy zurückzuweisen.
Abu Sayyaf lehne die derzeitigen Vermittler ab. Die Führung von Abu Sayyaf erklärte, sie halte an ihrer Forderung fest, nach der der philippinische Exekutivsekretär Ronaldo Zamora, die Botschafter der Heimatländer der Geiseln und Libyens sowie Gesandte der Vereinten Nationen und der islamischen Staaten vermitteln sollen.
Nach Regierungsangaben sollen jedoch am Freitag erneut Mittelsmänner Kontakt mit den Entführern aufgenommen haben. Präsidentenberater Robert Aventajado sagte, eine Vorhut von Unterhändlern habe sich mit den Kidnappern getroffen. Allerdings sei die Delegation nicht zu Verhandlungen berechtigt. Die Geiseln hätten den Gesandten Briefe an ihre Botschaften mitgegeben. "Es gibt gute Anzeichen dafür, dass die nächsten Gespräche besser sein werden", sagte Rajab Azzazouk, Unterhändler der Regierung. Als Geste der Entspannung wurden die Streitkräfte aus der unmittelbaren Umgebung der Kidnapper zurückgezogen.
Nach Behördenangaben war am Donnerstag ein Treffen zwischen Unterhändlern und Abu Sayyaf gescheitert, da eine nicht instruierte Militär-Patrouille sich mit den Geiselnehmern ein kurzes Scharmützel geliefert hätte. Insgesamt seien rund 50 Schüsse gefallen. Später seien die Soldaten jedoch auf größeren Abstand vom Abu-Sayyaf-Lager zurückgezogen worden. "Die Armee ist jetzt weit weg. Es wird zu keinen weiteren Störungen kommen", sagte Aventajado und bedauerte den "Unfall" vom Vortag. Die Rebellen hatten sich zuvor bereit erklärt, innerhalb von 24 Stunden über Wallerts Freilassung zu entscheiden.
Wallert soll an Bluthochdruck leiden. Der Frau geht es Aventajado zufolge etwas besser, seit ihr Medikamente überbracht wurden. Der erkrankte Franzose Stéphane Loisy wurde nach Angaben Aventajados mit Antibiotika versorgt. Er wolle bei der Geiselgruppe bleiben, um seine Freundin nicht im Stich zu lassen.