Entführung: SEK befreit Geschäftsmann - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Entführung SEK befreit Geschäftsmann

Nach einer Jagd durch drei Bundesländer hat die Polizei die Entführung eines türkischen Geschäftsmannes aus Baden-Württemberg in der Millenniumsnacht unblutig beendet. Die fünf Täter sitzen in Untersuchungshaft.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Heidelberg - Das 28 Jahre alte Opfer wurde unverletzt befreit, sagte der Heidelberger Kriminaldirektor Bernd Fuchs am Montag. Die Entführer - alle ebenfalls Türken - hatten den Mann 26 Stunden in ihrer Gewalt. Als Lösegeld forderten sie 30.000 Mark vom Bruder des Entführten, der ihnen offenbar Geld schuldete. Die Spur der Täter zog sich von Nordbaden über Rheinland-Pfalz nach Hessen. Polizisten aller drei Länder waren in die Fahndung eingeschaltet.

Mehrere Männer hätten am 31. Dezember um ein Uhr morgens an der Haustür des Opfers geklingelt, sagte Fuchs. "Nach relativ kurzer Zeit war er verschwunden und wir hatten eine Entführung." Die Polizei erfuhr durch Verwandte um acht Uhr von der Tat. Die Übermittlung eines Lebenszeichens lehnten die Täter ebenso ab wie die Zusage einer Freilassung nach der Lösegeldübergabe. "Sie drohten, dass das Opfer zerstückelt werden würde, oder dass man ihm die Ohren abschneidet", sagte Fuchs.

Die Täter dirigierten den ständig von Polizisten begleiteten 27 Jahre alten Bruder von Hemsbach aus über Mannheim, Alzey, Worms und andere Orte ins hessische Groß-Gerau. Auf dem dortigen Marktplatz schlugen die Beamten zu und nahmen drei Männer fest. Obwohl bald feststand, dass die Männer zum Täterkreis gehörten, fehlte weiter jede Spur des Opfers. Am Neujahrsmorgen um 2.30 Uhr sichteten die Beamten jedoch in Bischofsheim - ebenfalls in Hessen - drei weitere Verdächtige. Nach der Festnahme entpuppte sich ein mit Badeschlappen und Jogginghose bekleideter Mann als der Entführte.

Die Staatsanwaltschaft Mannheim erließ noch am Neujahrstag Haftbefehle gegen die fünf.