Entlassene Jolo-Geiseln: Werner Wallert ist wieder in Deutschland - DER SPIEGEL
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Entlassene Jolo-Geiseln Werner Wallert ist wieder in Deutschland

Werner Wallert ist auf dem Flughafen in Hannover gelandet. Zuvor hatte der 57-Jährige gemeinsam mit deutschen Regierungsvertretern in der libyschen Hauptstadt Tripolis an einer Feier teilgenommen, auf der Libyen für die erfolgreiche Vermittlung im Geiseldrama auf Jolo gedankt wurde.
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Tripolis/Hannover - Entgegen allen Erwartungen nahm der libysche Revolutionsführer Muammar el-Gaddafi nicht an der Feier in seiner Residenzanlage teil. Während der Zeremonie dankten der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Christoph Zöpel, sowie Vertreter der Regierungen der anderen Heimatländer der fünf Ex-Geiseln der libyschen Führung: "Zum libyschen Volk und zur libyschen Führung sage ich: Danke", so Zöpel. Er versuchte den noch festgehaltenen Geiseln Mut zu machen: "Zu denen auf Jolo sage ich, seid stark". Niemand werde sich bei den Anstrengungen zurücklehnen. Auch der libysche Unterhändler Rajab Azzarouk versicherte, er werde sich weiterhin für die weiter Festgehaltenen einsetzen. "Wir sind erst auf der Hälfte des Weges angekommen."

Im Namen der Geiseln dankte Wallert für die Anstrengungen und Großzügigkeit Gaddafis sowie der Stiftung seines Sohnes Seif el-Islam. Wallert trug ein T-Shirt mit einem Abbild Gaddafis. "Unsere Gefühle sind gespalten", sagte der 57-Jährige. "Einerseits sind wir extrem dankbar, und andererseits sind wir besorgt. Die richtige Freude wird erst aufkommen, wenn auch Marc da sein wird." Wallerts Sohn befindet sich noch in den Händen der Entführer. Seine Frau Renate war am 17. Juli aus der Gefangenenschaf entlassen worden. Alle drei waren zusammen mit anderen Urlaubern und Einheimischen Ostern auf der malaysischen Taucherinsel Sipadan gekidnappt worden.

Nach der Ankunft auf dem Flughafen Hannover-Langenhagen und der Begrüßung durch die niedersächsische Regierung sollte Werner Wallert in einem Hubschrauber des Bundesgrenzschutzes direkt nach Göttingen fliegen. Der 57-jährige Erdkundelehrer will sich dann auf eigenen Wunsch zuerst von Ärzten untersuchen lassen und dann von den Strapazen der 127-tägigen Geiselhaft erholen.

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