Entlaufene Kuh Endlich Ruhe für Yvonne
Kuh Yvonne auf der Flucht: Nun kehrt endlich Ruhe ein
Foto: Gut Aiderbichl/ dpaMühldorf - Drei Monate verbringt Kuh Yvonne nun schon in Freiheit, irgendwo in einem Waldgebiet im bayerischen Landkreis Mühldorf. Sämtliche Versuche, das Tier einzufangen, scheiterten kläglich: Ihre ehemaligen Stallkameraden Waltraud und Waldi sollten das Tier anlocken, Jäger und Tierschützer machten mit Betäubungsgewehren Jagd auf Yvonne - vergeblich. Nun scheinen endlich ruhigere Tage für das Tier anzubrechen.
Der Gnadenhof Aiderbichl aus Deggendorf hat beschlossen, das ausgebüxte Rind weitgehend in Ruhe zu lassen. "Wir haben alle Helfer dazu aufgefordert, den Wald zu verlassen. Nur ein Jäger mit einem Betäubungsgewehr und ein Aiderbichl-Mitglied halten die Stellung", sagte Hans Wintersteller von Gut Aiderbichl am Wochenende. "Wenn Yvonne auftaucht, soll sie betäubt werden, damit wir sie auf den Gnadenhof bringen können."
Für Erleichterung dürfte auch die Entscheidung des Landratsamts Mühldorf am Inn sorgen: Dort wurde am vergangenen Freitag die Abschussgenehmigung endgültig aufgehoben.
Am 24. Mai war Yvonne ihrem Besitzer im bayerischen Landkreis Mühldorf entkommen, dort sollte sie gemästet und geschlachtet werden. Wenig später lief sie geradewegs vor ein Polizeiauto - Gefährdung des Straßenverkehrs, da hörte der Spaß auf, Yvonne wurde zum Abschuss freigegeben. Das wollten Tierschützer nicht hinnehmen und kauften die Kuh für etwa 700 Euro. Seitdem versuchen sie, Yvonne einzufangen, um sie auf dem Gnadenhof Aiderbichl unterzubringen, eine Art Zufluchtsort für Tiere, die aus Notsituationen gerettet wurden.
Yvonnes Nachahmer
Im unterfränkischen Schöllkrippen geht die Suche nach einer ganzen Ausreißer-Herde unterdessen weiter. Gleich neun Rindviecher sind einem Bauern im Landkreis Aschaffenburg in der vergangenen Woche entlaufen. Die vier Kühe, vier Kälber und ein Bulle sind seither zwar schon einige Male gesehen worden, konnten aber noch nicht wieder eingefangen werden. Auch am Sonntag konnten die Tiere - ebenso wie ihre Artgenossin Yvonne in Oberbayern - weiter die Freiheit genießen.
Einen ähnlichen Rummel wie um Yvonne im mehr als 400 Kilometer entfernten Zangberg soll laut einer Sprecherin des Schöllkrippener Ordnungsamtes unbedingt vermieden werden: "Der Landwirt möchte das auf keinen Fall. Er will Ruhe im Wald haben."