Entlaufene Kuh Yvonne: "Die ist blitzgescheit" - DER SPIEGEL
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Entlaufene Kuh Yvonne "Die ist blitzgescheit"

Was die Jäger auch probieren - bisher ist ihnen Yvonne immer entwischt. Mit allerlei Tricks wollen Tierschützer die entlaufene Kuh fangen, bevor sie erschossen werden könnte. SPIEGEL TV hat die Aktivisten auf der Suche begleitet.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Mühldorf - Seit Wochen lebt Yvonne in einem Waldgebiet im bayerischen Landkreis Mühldorf - und trotz großer Anstrengungen ist es bisher nicht gelungen, die entlaufene Kuh zu fangen. Ihre Ex-Stallkollegin Waltraud und das Kalb Waldi sollten Yvonne anlocken, eine Futterfalle wurde aufgestellt, Tierschützer durchkämmten den Wald. Vergeblich.

Zwar ließ sich Yvonne tatsächlich locken, aber sie besuchte Waltraud und Waldi nur im Schutz der Nacht - und entkam erneut. "Die ist blitzgescheit. Die hätte dreimal Abitur gemacht", sagt Hans Wintersteller, Salzburger Gutsverwalter des Gnadenhofs Aiderbichl. Er will Yvonne auf dem Gut in Deggendorf unterbringen.

Als die Kuh vor zehn Tagen die Straße vor einem Polizeiauto überquerte, wurde Yvonne zum Abschuss freigegeben. "Ein Reh wiegt 30 oder 40 Kilogramm, die Kuh wiegt 700 Kilogramm", sagte Erich Kozel, Fachbereichsleiter öffentliche Sicherheit und Ordnung des Landratsamts Mühldorf. "Deshalb können wir nicht zuschauen, bis sie auf die Straße läuft."

Für die Jäger ist eine Betäubung die erste Option. Doch im Falle einer Gefährdung ist der Abschuss ausdrücklich erlaubt. Dieses Schicksal wollen die Tierschützer von Gut Aiderbichel Yvonne ersparen. SPIEGEL TV war mit ihnen im Wald unterwegs (das Video finden Sie hier).

Am Wochenende suchten Dutzende Freiwillige zusammen mit Helfern des Guts Aiderbichl nach der Kuh. Geht es nach dem Landratsamt, sollte der Trubel nun abnehmen. "In meinen Augen bräuchte man nichts anderes als Ruhe da draußen", sagte Kozel am Montag. Die Futterfalle, die vergangene Woche im Wald installiert wurde, reiche völlig aus. "Ich finde es an der Zeit, dass die Aktionen zurückgefahren werden", so Kozel.

Derzeit laufe Yvonne nicht auf Straßen umher - und müsse deshalb nicht getötet werden. "Die Kuh steht gut da draußen. Wenn sie zur Ruhe kommt, soll man das Einfangen weiter probieren", sagte Kozel.

hut/dpa

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