Entscheidung: Concorde verliert Fluglizenz - DER SPIEGEL
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Entscheidung Concorde verliert Fluglizenz

Der Absturz der Concorde vor gut drei Wochen bei Paris hat schwer wiegende Folgen für das Überschallflugzeug. Dem Jet ist jetzt vorläufig die Flugzulassung entzogen worden.
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Paris/London - Der Chef der britischen Zivilluftfahrtbehörde CAA, Malcolm Field, sagte am Mittwoch in London, offenbar sei ein geplatzter Reifen die Hauptursache der Katastrophe gewesen. Die französischen und britischen Unfallermittler erklärten, die dadurch entstandenen Schäden an der Struktur und an den Systemen des Flugzeugs hätten in weniger als 90 Sekunden zum Absturz geführt. Ein so "einfacher Zwischenfall" wie das Platzen eines Reifens aber könne sich wiederholen, betonte das Büro für Unfallermittlung (BEA) in Paris.

Die britische CAA setzte die Zulassung für die Concorde aus; der französische Verkehrsminister Jean-Claude Gayssot wies am Mittwoch darauf hin, dass er dies bereits zeitgleich mit der Entscheidung verfügt habe, die Überschallflugzeuge der Air France nicht mehr starten zu lassen. Die CAA folgte einer Empfehlung der BEA und ihren britischen Kollegen von der AAIB.

Die Zivilluftfahrtbehörde CAA, die BEA und Gayssot betonten übereinstimmend, vor einer möglichen Wiederaufnahme der Flüge müssten neue Sicherheitsgarantien für die Reifenprobleme vorgelegt werden. British Airways hatte die Flüge mit ihren sieben Überschalljets am Dienstag ausgesetzt, die restlichen fünf Concorde der Air France stehen seit dem Unfall vom 25. Juli im Hangar.

Gayssot sagte der Zeitung "Liberation", es könne vorkommen, dass ein Reifen platze. Doch dürfe dies nicht dazu führen, dass ein Triebwerk in Brand gerate. Ohne eine Lösung der Probleme "bezüglich des Fahrwerks, des Schutzes der Reifen und der Tanks" könne die Zulassung nicht erneuert werden. Dennoch sieht er das endgültige Aus für das Überschallflugzeug noch nicht gekommen. "Die Concorde hat noch sieben oder acht Jahre vor sich", meinte Gayssot.

"Wir wünschen uns, dass die Concorde fliegt"

Die britische Luftfahrtbehörde hatte letztmals 1979 einem Flugzeugmuster die Zulassung entzogen. CAA-Chef Field wies darauf hin, dass es bei der Concorde seit 1979 insgesamt 70 Zwischenfälle mit Reifen gegeben habe. Über die Zukunft des Überschallflugzeugs wollte er nicht spekulieren: "Wir wünschen uns, dass die Concorde fliegt", versicherte er lediglich. Derzeit sei es nicht möglich zu sagen, wie lange die erforderlichen Untersuchungen dauern und ob irgendwelche Änderungen an der Maschine verlangt werden. Die Behörden würden sich nun an die Hersteller der Concorde wenden, die französische Aerospatiale und das britische Unternehmen BAe Systems.

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