Entscheidung in Istanbul Ein bisschen siegen
Istanbul - Max aus Deutschland - oder doch ein anderer Grand-Prix-Sieger? Beim Finale des Eurovision Song Contests 2004 in Istanbul ruhten alle Hoffnungen auf dem 22 Jahre alten Abiturienten aus Waldshut. Zu den Hauptfavoriten zählten neben ihm vor allem Griechenland und die Ukraine. Max wollte mit der von Stefan Raab komponierten Soul-Ballade "Can't Wait Until Tonight" die Konkurrenz aus 23 Ländern besiegen. Zuletzt hatte Nicole vor 22 Jahren mit "Ein bißchen Frieden" den Grand-Prix für Deutschland gewonnen. Die erstmals in der Türkei veranstaltete Mega-Show stand auf dem Programm von TV-Sendern in 41 Ländern.
Wettbüros in Europa sahen die deutsche Grand-Prix-Hoffnung Max entweder ganz vorne oder aber zumindest unter den ersten fünf. Einigkeit herrschte unter den Profiwettern über die Reihenfolge Griechenland, Ukraine, Schweden und Zypern. Während Max beim Wettbüro Interwetten.de in Dresden eindeutig die meisten Einsätze auf sich vereinen konnte und damit die Spitze anführte, rangierte er beim britischen Buchmacher William Hill dagegen nur auf Platz fünf. Immerhin eine Verbesserung: Am Freitag war es noch Rang acht.
Während die European Broadcasting Union (EBU) angesichts der Rekordteilnehmerzahl von 36 Ländern in diesem Jahr erstmals ein Halbfinale zwischengeschaltet hatte, sollten bei der Übertragung der Punkte keine Abstriche gemacht werden. Dies sei immerhin der "spannendste Teil", wie ein EBU-Sprecher in Istanbul sagte. Am Televoting und an der Bekanntgabe der jeweiligen Sieger und Verlierer waren am Samstag alle 36 Länder beteiligt, auch diejenigen 12, deren Kandidaten im Halbfinale ausgeschieden waren.
Die Türkei als Ausrichter des diesjährigen Song Contests sah sich von vornherein als der sichere Gewinner der Mega-Fernseh-Show. "Wer auch immer Erster wird, der Eurovisons-Sieger ist die Türkei", schrieb die türkische Zeitung "Milliyet". "300 Millionen Menschen in genau 41 Ländern werden heute Abend unser Land am Fernsehschirm verfolgen." "Prime Time für die Türkei", lautete die Schlagzeile der Zeitung "Hürriyet", die ebenfalls auf den Werbeeffekt der Sendung abhob. Für die drei Stunden, die die Show dauert, wären 2,2 Milliarden Dollar (1,85 Milliarden Euro) fällig gewesen, wenn die Türkei die Werbezeit hätte einkaufen müssen, rechnete das Blatt vor.