Entwarnung: Heidelberger Tollwut-Patient ist geimpft - DER SPIEGEL
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Entwarnung Heidelberger Tollwut-Patient ist geimpft

Einer der Patienten, denen Organe einer mit Tollwut infizierten Frau eingepflanzt wurden, ist außer Gefahr. Test haben ergeben, dass der Mann bereits vor längerer Zeit gegen die tödlich verlaufende Virus-Erkrankung geimpft worden ist.
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Heidelberg - Der Heidelberger Transplantations-Patient hat die Impfung offenbar bereits vor dem Empfang einer infizierten Leber erhalten. In einem Bluttest sei ein hoher Gehalt an spezifischen Antikörpern festgestellt worden, erklärte heute der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Heidelberg, Eike Martin. Der Patient hatte ein Organ von einer infizierten Frau erhalten und war dennoch nicht erkrankt. Zwei andere Organempfänger sind bereits an dem Tollwutvirus gestorben, ein weiterer ist schwer erkrankt.

Bereits am Samstag war eine Patientin der Medizinischen Hochschule Hannover gestorben, die eine Lunge der Organspenderin erhalten hatte. Das zweite Opfer war erst gestern in Hannoversch-Münden gestorben. Die Ärzte hatten nach eigenen Angaben kaum eine Chance zur Rettung des mit Tollwut Infizierten. Als der Verdacht auf Tollwut aufgekommen sei, sei die Krankheit vermutlich schon seit rund zehn Tagen ausgebrochen. Das sagte heute der Ärztliche Leiter des Nephrologischen Zentrums in Hannoversch Münden, Volker Kliem. Nur vor Ausbruch der Virus-Erkrankung hätte eine Impfung erfolgreich sein können.

Der 70-jährige Patient aus Detmold war laut Kliem gestern Mittag an einem Herzstillstand gestorben, der durch eine von der Krankheit verursachten Hirnschädigung ausgelöst worden sei. Er hatte eine Niere von der Organspenderin erhalten.

Ein weiterer Tollwut-Patient in einer Marburger Klinik rang unterdessen weiter mit dem Tod. "Sein Zustand ist nach wie vor äußerst kritisch", sagte ein Klinikumssprecher. Der 45 Jahre alte Mann hatte in der Neujahrsnacht eine Niere und eine Bauchspeicheldrüse von derselben Spenderin erhalten. Mediziner bemühen sich unterdessen, einen Tollwut-Schnelltest zu entwickeln. Bislang kann die tödliche Infektion vor einer Organverpflanzung nicht diagnostiziert werden.