Erdstoß der Stärke 7,2 Tote und Verletzte bei schwerem Beben auf den Philippinen
Erdstoß der Stärke 7,2: Tote und Verletzte bei schwerem Beben auf den Philippinen
Foto: STRINGER/PHILIPPINES/ REUTERSManila - Auf den Philippinen hat sich ein starkes Erdbeben ereignet. Mindestens 85 Menschen seien bei dem Erdstoß der Stärke 7,2 gestorben, teilte die Polizei mit. Zunächst war von wenigstens 28 Todesopfern die Rede gewesen. Die Behörde für Katastrophenschutz zählte zudem 159 Verletzte. Mehrere Gebäude seien eingestürzt, andere stark beschädigt.
Das Beben wurde um 8.12 Uhr Ortszeit (2.12 Uhr MESZ) 630 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Manila, auf Bohol, einer Insel der Region Visayas, registriert - einem beliebten Touristenziel mit rund drei Millionen Besuchern im Jahr.
Das Epizentrum lag zwischen den Ortschaften Balilihan und Carmen Town. In der Region leben mehr als 60.000 Menschen. Die Insel hat 1,3 Millionen Einwohner. Die Flughäfen von Cebu und Tagbilaran City seien beschädigt worden, ebenso der Hafen von Tagbilaran City und drei der ältesten katholischen Kirchen im Land, sagte Transportminister Joseph Emilio Abaya.
Berichten der Lokalmedien zufolge rannten Tausende Menschen in dem betroffenen Gebiet in Panik auf die Straßen. "Wir saßen beim Frühstück, als der Boden anfing zu beben", berichtete die Landesschefin der Hilfsorganisation Plan, Rachelle Nuestro. "Es war so schlimm, wir sind sofort auf die Straße gerannt. Ich sah Stromleitungen hin- und herschwingen und viele Menschen auf der Straße."
Erdbeben auf den Philippinen: Große Schäden
"Es war heftig", sagte die deutsche Auswanderin Brigitte Lux. Sie lebt seit 2006 auf der kleinen Insel Panglao, weniger als 50 Kilometer südwestlich des Epizentrums. "Ein Riesenschock. Wir sind fast aus dem Bett gefallen." Der Strom sei ausgefallen.
Die Philippinen bestehen aus mehr als 7000 Inseln. In der Region reiben drei verschiedene Erdplatten aneinander. Es kommt häufig zu Erdstößen. Die Seismologen der US-Geologiebehörde USGS registrierten das Beben 56 Kilometer unter der Erdoberfläche. Bei solchen Tiefen halten sich die Schäden normalerweise in Grenzen.
Nach Angaben des philippinischen Vulkaninstituts war die Erschütterung im Umkreis von Hunderten Kilometern zu spüren. Die Stadt Cebu mit rund 900.000 Einwohnern liegt auf einer Nachbarinsel, knapp 60 Kilometer entfernt. Dort stürzte nach Angaben des Katastrophenschutzes ein Haus ein und begrub mehrere Menschen unter sich.
Die Schäden sind erheblich: Riesige Felsbrocken krachten auf Straßen und lösten Erdrutsche aus, Brücken wurden unpassierbar und Dächer und Mauern stürzten ein, berichtete die Katastrophenbehörde vor Ort.