Erdbeben: Immer mehr Tote in Marokko - DER SPIEGEL
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Erdbeben Immer mehr Tote in Marokko

Einen Tag nach dem schweren Erdbeben im Norden Marokkos ist die Zahl der Toten auf mehr als 560 gestiegen. Es wird damit gerechnet, dass sich unter den Trümmern eingestürzter Häuser noch weitere Opfer befinden.
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Rabat - Die amtliche marokkanische Nachrichtenagentur MAP meldete in der Nacht 564 Tote und rund 300 Verletzte. Der 6000-Einwohner-Ort Ait Kamara wurde nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) völlig zerstört.

Das Beben in der Nacht zum Dienstag hatte nach Messungen des Geologischen Dienstes in den USA eine Stärke von 6,5. Es erschütterte eine ländliche Region in der Nähe der Küstenstadt al-Hoceima. In der Katastrophenregion sind die Häuser überwiegend aus Lehm gebaut. Das Zentrum des Bebens lag 160 Kilometer nordöstlich von Fes im Mittelmeer. Rettungsmannschaften wurden entsandt, um nach möglichen Verschütteten zu suchen. Auch Soldaten waren im Einsatz. Die Helfer hatten jedoch Schwierigkeiten, die abgelegene Gegend zu erreichen. Hubschrauber sollten Hilfsgüter in die Gegend bringen.

König Mohammed VI. kündigte umfangreiche Hilfe für die betroffene Region an. Al-Hoceima ist die größte Stadt im verarmten Norden Marokkos am Fuß des Rif-Gebirges und wird von Berbern bewohnt. Das letzte größere Beben in der Region ereignete sich 1994, es hatte die Stärke 6,0. Im Jahr 1960 kamen bei einem Beben in der südmarokkanischen Stadt Agadir 15.000 Menschen ums Leben. Zuletzt wurde Nordafrika im Mai 2003 von einem Erdbeben erschüttert. Damals starben in Nordalgerien 2200 Menschen.

Das Beben war auch im Süden Spaniens zu spüren, von dort lagen keine Berichte über Schäden vor. Nach Medienberichten bemerkten die Menschen die Erschütterungen vor allem in größeren Wohnblöcken im Süden Andalusiens und im Südosten Murcias.