Erdbeben in Iran: Hunderte Tote befürchtet - DER SPIEGEL
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Erdbeben in Iran Hunderte Tote befürchtet

Bei einem schweren Erdbeben im Südosten Irans sind heute weit mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen. Weitere Opfer werden unter den Trümmern zerstörter Häuser vermutet. Nach Angaben des staatlichen Fernsehens wurden etwa 1000 Menschen verletzt. Ärzte berichten von bis zu 5000 Verletzten.
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Teheran - Bei dem Beben der Stärke 6,4 kamen vermutlich mehrere hundert Menschen ums Leben. "Die Opferzahlen liegen jetzt bei 377 Toten und mehr als 1000 Verletzten", sagte ein Sprecher des Gouverneurs der Provinz Kerman der Nachrichtenagentur Reuters. Das Innenministerium in Teheran sprach dagegen noch von 190 Toten. Rettungshelfer befürchten, die Zahl der offiziell bestätigten Opfer könnte auf mehr als 500 steigen.

Das iranische Innenministerium hatte heute Morgen zunächst auch von mindestens 500 Verletzten gesprochen, inzwischen verkündete das staatliche Fernsehen, die Zahl liege doppelt so hoch. Es gab jedoch Berichte, in denen von mehr als 5000 Verletzten die Rede ist. Ali Sharifi, Leiter der Medizinischen Universität von Kerman, sagte dem staatlichen Rundfunk, dass man davon ausginge, die Zahl der Toten werde noch steigen.

Besonders betroffen ist nach Angaben des Innenministeriums die Stadt Sarand in der Provinz Kerman, mehr als 950 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Teheran. Der Erdstoß ereignete sich gegen 5.55 Uhr Ortszeit (3.25 Uhr MEZ). Einem US-amerikanischen geologischen Gutachten zufolge befand sich das Epizentrum des Bebens etwa 60 Kilometer nordwestlich von Kerman, der Hauptstadt der gleichnamigen iranischen Provinz. Der Leiter des Stabs für Naturkatastrophen, Mohsen Salehi, bezifferte gegenüber der offiziellen Nachrichtenagentur IRNA die Zerstörung mehrerer Dörfer in der Region auf "20 bis 70 Prozent". Etwa 30.000 Menschen in 40 Dörfern sind von der Naturkatastrophe betroffen.

Das iranische Fernsehen zeigte Bilder von Sarand, das fast dem Erdboden gleich gemacht wurde. Den Meldungen zufolge behindert starker Regen die Bergungsarbeiten. Alle Krankenhäuser des Ortes seien überfüllt mit Verletzten - es gebe keinen Platz für Neuzugänge, so der Bericht.

Die Siedlungen Hotkan, Khanook Motaharabad und Islamabad waren demnach die am schwersten von dem Beben betroffenen Dörfer. Der Bürgermeister von Sarand sagte im Fernsehen, dass dringend medizinische Hilfe und Lebensmittel benötigt würden. Es mangele vor allem an Medikamenten, Zelten und Einwegspritzen.

Staatlichen Angaben zufolge sollen die Zerstörungen diesmal nicht so stark sein wie durch das Beben vom Dezember 2003. Bei den Erdstößen der Stärke 6,6 war die Stadt Bam zum großen Teil zerstört worden. 26.000 Menschen hatten damals ihr Leben verloren.