Erdbeben in Java: Zahl der Opfer steigt weiter - DER SPIEGEL
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Erdbeben in Java Zahl der Opfer steigt weiter

Drei Tage nach dem verheerenden Erdbeben auf der indonesischen Insel Java wird das Ausmaß der Katastrophe immer klarer. Mehr als 5400 Menschen starben. Zehntausende warten auf Hilfe. Heftiger Regen und Stromausfälle behindern die Arbeit der Einsatzkräfte.
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Jakarta - Das Sozialministerium in Jakarta legte heute eine erste Bilanz des Erdbebens vor. Demnach starben noch mehr Menschen als bisher angenommen: Über 5400. Bislang war von 5100 Toten ausgegangen worden. Nach Uno-Angaben wurden rund 20.000 Menschen verletzt, mehr als 130.000 Menschen wurden obdachlos.

Heute früh landeten auf dem Flughafen von Yogyakarta weitere Maschinen mit dringend benötigten Hilfsgütern wie etwa Zelten und Nahrungsmitteln. Zehntausende Menschen in der Erdbebenregion hatten zuvor die dritte Nacht in Folge trotz Regens unter freiem Himmel verbracht, weil sie ihr Haus verloren oder Angst vor neuen Erdstößen haben. Das Beben vom Samstag hatte rund 35 000 Häuser in Yogyakarta und Umgebung zerstört.

In entlegeneren Gegenden des Erdbebengebietes hatten Überlebende am Montag geklagt, Hilfe erreiche sie nur schleppend. Die Behörden räumten mit Blick auf das Ausmaß der Schäden und die Zahl der Betroffenen ein, zunächst noch Mühe mit der Verteilung von Hilfsgütern zu haben, da es an Lastwagen und Personal fehle. Die Krankenhäuser in der Region sind völlig überlastet. Inzwischen sind jedoch zahlreiche internationale und indonesische Hilfsorganisationen im Katastrophengebiet vertreten.

Die Regierung hat in dem südostasiatischen Inselstaat für drei Monate den Notstand ausgerufen . Die Behörden der Provinz Yogyakartas beklagten, die dringend benötigte Hilfe laufe nur schleppend an. Seit Sonntagabend träfen zwar Hilfslieferungen der Uno ein, aber leider nur wenige. Mindestens 5000 Zelte würden benötigt, doch bislang stünden nur weniger als 100 zur Verfügung.

Neben der Bereitstellung von Notunterkünften sei die Bergung der Leichen die dringlichste Aufgabe. Die Staatengemeinschaft sagte Millionen Euro an Finanzhilfen, Notfallversorgung und Unterstützung durch Katastrophenhelfer zu. Deutschland stellte 500.000 Euro an Soforthilfe zur Verfügung.

Das Beben der Stärke 6,3 erschütterte am Wochenende die Insel Java

ler/reuters/dpa