Erdbeben Kaum noch Hoffnung auf Überlebende
San Salvador - Die Hoffnung der Rettungshelfer schwindet, noch Überlebende aus den Trümmern retten zu können. Der letzte Gerettete war am Sonntag verletzt aufgefunden worden. Rettungshelfer sagten, nun gehe es darum, die Leichen zu bergen und somit die Ausbreitung von Seuchen zu verhindern. Helfer aus zahlreichen Staaten sind in der Region eingetroffen, um Überlebende zu versorgen und bei der Suche nach Toten zu helfen.
Die meisten Toten wurden in Santa Tecla geborgen. In dem Vorort der Hauptstadt San Salvador waren beim Beben am Samstag rund 500 Häuser verschüttet worden. Mehr als 10.000 obdachlos gewordene Menschen fanden in einem Fußballstadion Zuflucht. Dort wurden sie mit Decken, Getränken und Früchten versorgt. Mehr als 500 Nachbeben versetzten die Menschen immer wieder aufs Neue in Panik und erschwerten Rettungsarbeiten. Geologen sehen darin aber ein gutes Zeichen: Die Spannungen in der Erdkruste würden so allmählich abgebaut.
Schwarze Leichensäcke an den Gehwegen
Im ganzen Land begannen Hinterbliebene mit der Beisetzung von Angehörigen. An Gehwegen waren zahlreiche schwarze Leichensäcke zu sehen. Dutzende Tote wurden in Santa Tecla auf Lastwagen aufgeladen und später in Leichensäcke gelegt. Angehörigen, die die Toten identifizieren wollten, schlug ein stechender Verwesungsgeruch entgegen. Präsident Francisco Flores hat im Ausland 3000 Särge bestellt. Leichen, die nicht identifiziert werden können, sollen in Massengräbern beigesetzt werden.
Im Laufe des Mittwochs soll ein Feldlazarett des Deutschen Roten Kreuzes zur Basisversorgung von bis zu 20.000 Menschen für den Transport eintreffen. Das Lazarett soll vom Staatsminister im Auswärtigen Amt, Ludger Volmer (Grüne), übergeben werden. Das Lazarett mit vier Versorgungszelten, 30 Betten, Röntgengeräten und eigener Trinkwasserversorgung werde in San Miguel aufgebaut, sagte eine DRK-Sprecherin. Das dortige Krankenhaus sei von dem Erdbeben zu 85 Prozent zerstört worden. Drei DRK-Mitarbeiter würden zur Koordination zu dem Lazarett entsandt, während weitere Sanitäter und Ärzte vom salvadorianischen Roten Kreuz gestellt würden. Aus Panama und Guatemala habe das DRK bereits Lastwagen und Krankentransporter ins Katastrophengebiet geschickt.
EU kündigt Soforthilfe an
Sowohl das DRK-Lazarett als auch der Einsatz des Technischen Hilfswerks werden von der Bundesregierung bezahlt, die nach Angaben des Auswärtigen Amtes zunächst insgesamt drei Millionen Mark bereitgestellt hat. Die Europäische Kommission kündigte Soforthilfe, von rund vier Millionen Mark an. Hilfe wurde unter anderem auch von den USA, Spanien, Italien, Großbritannien, Japan und Taiwan angekündigt.