Erdbeben: Mindestens 240 Tote in China - DER SPIEGEL
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Erdbeben Mindestens 240 Tote in China

Die Zahl der Opfer steigt minütlich, 240 Leichen wurden bereits geborgen, mindestens tausend Menschen wurden verletzt. Das Beben soll die größte Erdbebenkatastrophe in Nordwestchina seit der Gründung der Volksrepublik 1949 sein.
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Peking - Die Erdstöße erreichten eine Stärke von 6,8 auf der Richterskala und waren überall in der vornehmlich muslimisch bewohnten Region nahe der chinesischen Grenze zu Tadschikistan zu spüren. Das Epizentrum des Erdbebens, das die Region um 10.03 Uhr Pekinger Zeit (3.03 Uhr MEZ) erschüttert hatte, lag in einer entlegenen und unbewohnten Gegend, doch waren die Auswirkungen auf die Städte und Dörfer stark. In der landwirtschaftlichen Region östlich von Kashgar leben etwa 360.000 Menschen.

Besonders schwer wurde die Gemeinde Bachu östlich von Kashgar an der Seidenstraße betroffen. Ein Schulgebäude in Qiongkuerqiake stürzte ein, als die Kinder gerade am Vormittag im Unterricht saßen. "Die meisten Toten in unserer Gemeinde sind Schüler aus dieser Mittelschule", berichtete ein Behördenmitarbeiter.

Etwa 1000 Häuser seien in Bachu und im Nachbarkreis Jiashi eingestürzt oder beschädigt worden, berichtete das Erdbebenamt von Kashgar. "Viele Menschen wurden in ihren Häusern von den Trümmern erschlagen", sagte ein Sprecher.

In Chongku Qiake wurden nach Angaben eines örtlichen Behördensprechers fast alle 30.000 Einwohner obdachlos. 90 Prozent von ihnen würden im Freien schlafen müssen. Dafür habe die Stadt aber nicht genug Decken und Zelte. Die Temperaturen sinken nachts auf minus zehn Grad Celsius, teilten die Behörden mit.

Auch an Geräten für die Aufräumarbeiten fehle es. Stunden nach dem Erdbeben seien ein paar Maschinen in der abgelegenen Region eingetroffen, aber die meisten Rettungskräfte arbeiteten mit ihren bloßen Händen. "Überlebende und Verletzte wühlen mit blutenden Händen im Schutt ihrer Häuser und rufen die Namen vermisster Angehöriger", berichtete ein Beamter.

Die Menschen in Bachu bemühten sich, die Toten sofort zu begraben, da die Leichen nach ihrem Brauchtum nicht über Nacht aufgebahrt werden sollen, berichtete ein Behördenmitarbeiter.