Erdbeben Panik in Seattle
Seattle/San Salvador - Hunderte Menschen rannten in der US-Westküstenmetropole in Panik auf die Straße. Nach ersten Berichten dauerte das Beben fast eine halbe Minute und hatte eine Stärke von 7,0 auf der Richterskala. Bilder von örtlichen Fernsehsendern zeigten starke Schäden an Gebäuden. Auf den Straßen lagen zertrümmerte Scherben von Fenstern. Ob Menschen zu Schaden kamen, war zunächst nicht bekannt. Der Flughafen von Seattle musste nach Angaben des Fernsehsenders CNN geschlossen werden, da der Kontroll-Tower wegen Schäden evakuiert wurde. Auch die nahe gelegenen Werke des Flugzeugriesen Boeing wurden geschlossen.
Das Erdbeben ereignete sich gegen 10.55 Uhr (Ortszeit, kurz vor 20 Uhr MEZ) gerade, als einer der berühmtesten Bürger der Region, Microsoft-Gründer Bill Gates, eine Rede halten wollte. Die Pressekonferenz wurde abgebrochen. "Wir waren im sechsten Stock eines Gerichtsgebäudes", sagte eine Frau gegenüber CNN, "und es fühlte sich an wie ein Fußballfeld, das anfängt zu rollen."
In der Aufnahme eines örtlichen Fernsehsenders von einer anderen Pressekonferenz war zu sehen, wie die Wände plötzlich zu wackeln begannen und die Anwesenden verwirrt umherstolperten.
Das Epizentrum des Bebens lag 50 Kilometer südwestlich von Seattle. Nach ersten Angaben waren Auswirkungen bis in das mehrere hundert Kilometer entfernte Salt Lake City im Bundesstaat Utah zu spüren. Erdbeben sind in der Region nicht ungewöhnlich, eine Erschütterung dieser Stärke ist jedoch sehr selten.
Auch Portland in Oregon wurde von dem Beben erschüttert; in der Innenstadt schwankten Bürogebäude 20 bis 30 Sekunden. Informationen über mögliche Verletzten lagen zunächst nicht vor.
Erdbeben auch in El Salvador
Auch El Salvador wurde am Mittwoch erneut von einem Erdbeben heimgesucht. Tausende Menschen stürzten in Panik aus ihren Häusern, als die Erde etwa 30 Sekunden bebte. In ersten Berichten war von Erdrutschen die Rede. Über mögliche Opfer und die genaue Stärke des Bebens wurde zunächst nichts bekannt. Bei zwei katastrophalen Beben in dem mittelamerikanischen Land waren im Januar und im Februar zusammen mehr als 1100 Menschen getötet worden.