Starkes Erdbeben im Pazifik Tsunami-Alarm schreckt Japans Ostküste auf
AKW Fukushima an der Pazifikküste: Erneut schweres Erdbeben in der Region
Foto: REUTERSTokio - Die japanischen Behörden haben nach einem starken Erdbeben in der Nähe des havarierten Atomkraftwerks Fukushima eine Tsunami-Warnung für den Nordosten des Landes erlassen. Nach Angaben der nationalen Wetteragentur könnten in der Nacht zum Samstag (Ortszeit) Tsunamiwellen von bis zu einem Meter Höhe die Pazifikküste der Präfekturen Fukushima, Iwate und Miyagi treffen.
Laut US-Erdbebenwarte USGS hatte das Beben eine Stärke von 6,5. Das Epizentrum lag demnach etwa 130 Kilometer von der Stadt Namie entfernt in einer Tiefe von 11,1 Kilometern. Die japanische Wetteragentur riet Bewohnern der gefährdeten Gebiete, diese unverzüglich zu verlassen. Laut dem Staatsrundfunk NHK gaben örtliche Behörden Evakuierungsbefehle heraus.
Die Entwarnung folgte nur wenig später: Um 5.12 Uhr Ortszeit wurde die Welle mit einer Höhe von 20 Zentimetern registriert - und die Warnung vor einer größeren und gefährlichen Welle aufgehoben.
Der für das AKW Fukushima zuständige Betreiber Tepco teilte nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Kyodo mit, es habe keine ungewöhnlichen Vorkommnisse an der Anlage gegeben, weder durch das Erdbeben, noch durch die folgende Welle.
Das Kernkraftwerk war im März 2011 bei einer Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe zerstört worden, die mehr als 18.000 Menschen das Leben kostete. Damals kam es in drei Reaktoren zur Kernschmelze. Es war die weltweit größte Atomkatastrophe seit der im ukrainischen Kernkraftwerk Tschernobyl im Jahr 1986.
In den vergangenen Tagen war der Taifun "Neoguri" mit schweren Regenfällen über Teile Japans hinweggezogen. Mehrere Menschen wurden in den Tod gerissen. Nach tagelangem Toben entlang des fernöstlichen Archipels schwächte sich der Wirbelsturm am Freitag jedoch über dem Pazifik ab. Die Hauptstadt Tokio kam recht glimpflich davon