Erdbebenstadt Bam: Bulldozer räumen die Ruinen - DER SPIEGEL
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Erdbebenstadt Bam Bulldozer räumen die Ruinen

Mit dem Ende der Hoffnung kommen die Baumaschinen. Am Tag Fünf nach dem Erdbeben werden in der iranischen Stadt Bam nun die Trümmer geräumt. Die Suche nach Überlebenden ist endgültig eingestellt worden. Zuletzt war am Dienstag noch eine schwangere Frau lebend geborgen worden.
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Teheran - Rund 3000 Menschen hatten Helfer aus aller Welt nach dem verheerenden Beben am Freitag aus den Trümmern der fast völlig zerstörten Stadt Bam retten können. Jetzt wurde die Suche eingestellt, mit Bulldozern und Räummaschinen werden die Trümmer der historischen Stadt zusammen geschoben - und mit ihnen die Toten, die noch im Schutt begraben liegen.

"Wir haben bis zuletzt auf ein Wunder gehofft", sagte Frank Thomas vom Technischen Hilfswerk THW. "Da war alles zerstört, da war nichts mehr zu holen." Die Suchmannschaften des THW, der Malteser und des Roten Kreuzes kehrten am Dienstag nach Deutschland zurück. Die rund 50 Bergungsspezialisten mit 15 Hunden wirkten nach ihrer Landung am Frankfurter Flughafen erschöpft - sie konnten keine Opfer lebend retten. Das Team des THW sei keinen Moment zur Ruhe gekommen, sagte Thomas. "Sobald wir an einer Stelle fertig waren, kamen Angehörige aus anderen Häusern und zogen uns mit sich", sagte Thomas.

Bislang wurden nach Angaben des iranischen Innenministeriums mehr als 30.000 Leichen beerdigt. Spekulationen über bis zu 50.000 Todesopfer wollte das Ministerium nicht kommentieren. Am Dienstag hatte Präsident Mohammad Chatami entsprechende Berichte zurück gewiesen und erklärt, die Zahl von 40.000 werde "definitiv nicht erreicht". Rund 100.000 Menschen in der Region sind obdachlos. Amtlichen Berichten zufolge wurden 30.000 Menschen verletzt, noch immer würden mehr als 6700 in Krankenhäusern behandelt.

Den Überlebenden der Katastrophe wurde indes weitere Hilfe zugesagt. Nach dem Abzug der Such-Teams begannen deutsche Experten mit dem Aufbau von Trinkwasseranlagen. Das Rote Kreuz baute Gesundheitsstationen zur Versorgung von bis zu 40.000 Patienten. Die Anlage soll nach Angaben eines Sprechers in Iran bleiben. Die Mitgliedstaaten des Golf-Kooperationsrats sagten 320 Millionen Euro Hilfe zu. Die Mittel sollen in den Wiederaufbau der Stadt Bam fließen. Iran will 80 Millionen Dollar investieren.

Der iranische Präsident Mohammad Chatami dankte allen Staaten für die humanitäre Hilfe. Das tragische Unglück und die massive Hilfe zeige, dass Menschlichkeit noch immer eine wichtige Rolle spiele in einer Welt, die von Krieg und Terror dominiert werde. Chatami wies zurück, dass die humanitäre Hilfe der USA zu einer Verbesserung der politischen Beziehungen beider Länder führen werde. "Wir sind für die Hilfe sehr dankbar und schätzen sie sehr. Man sollte sie aber nicht politisch verstehen", sagte Chatami. "Humanitäre Themen sollten nicht mit tiefen und chronischen politischen Problemen vermischt werden."

Nach den Worten von US-Außenminister Colin Powell sind die USA offen für einen Dialog mit Iran. Es gebe "ermutigende" Zeichen aus Teheran, sagte Powell in einem am Dienstag veröffentlichten Interview der "Washington Post". Deshalb sollten die USA die Möglichkeit für einen Dialog zu einer angemessenen Zeit in der Zukunft offen lassen, sagte der Minister.