Erdrutsch von Nachterstedt: Siedlung wird abgerissen - DER SPIEGEL
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Erdrutsch von Nachterstedt Siedlung wird abgerissen

Betroffen sind ein Einfamilienhaus, zwölf Doppelhaushälften und 48 Nebengebäude: Dreieinhalb Jahre nach dem folgenschweren Erdrutsch von Nachterstedt hat der Abriss der seither gesperrte Siedlung begonnen. Die Arbeiten dauern voraussichtlich noch einige Monate.
Bagger im Einsatz: In Nachterstedt werden Dutzende Gebäude abgerissen
Bagger im Einsatz: In Nachterstedt werden Dutzende Gebäude abgerissen

Bagger im Einsatz: In Nachterstedt werden Dutzende Gebäude abgerissen

Foto: Jens Wolf/ dpa
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Nachterstedt - Bei dem Unglück am 18. Juli 2009 rutschte eine Böschung in den "Concordia"-See, drei Menschen kamen ums Leben. Rund Dreieinhalb Jahre nach dem Erdrutsch von Nachterstedt in Sachsen-Anhalt wird nun die Siedlung "Am Ring" abgerissen. Zwölf Doppelhaushälften, ein Einfamilienhaus und 48 Nebengebäude sollen bis Ende April weichen. Insgesamt sollen rund 5400 Tonnen Material entsorgt werden.

Nur wenige ehemalige Bewohner standen am Bauzaun, als ein Bagger das Doppelhaus Nummer 17/18 einriss. "Unser Ziel ist ein sicherer Bergbaufolgesee", sagte der Sprecher der Bergbaugesellschaft LMBV, Uwe Steinhuber. In Nachterstedt herrsche ein besonders komplizierter Hintergrund mit Wasser, dem Zusammenbrechen alter Stollen und seismischen Ereignissen. Ein Bericht zu den Ursachen des Erdrutsches soll im Juni vorliegen. Am 18. Juli 2009 waren nach derzeitigen Erkenntnissen rund vier Millionen Kubikmeter Erdreich samt Häusern in den See gestürzt.

40 Menschen mussten ihre Heime damals sofort verlassen. Einer von ihnen ist Hans Fraust. Der 65-Jährige war am Donnerstag gemeinsam mit einem weiteren ehemaligen Bewohner der Siedlung an den Bauzaun gekommen. "Man möchte am liebsten wegrennen und nichts davon sehen", sagte er. Allerdings hofft Fraust auch, dass der Abriss ein Schlusspunkt wird. "Keiner kann sich mehr vorstellen, auch nur eine Nacht in den Häusern zu schlafen. Man würde wahrscheinlich kein Auge zumachen."

wit/dpa/dapd