Eric Schlosser - DER SPIEGEL
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Klüger werden mit: Eric Schlosser

Der 42-jährige New Yorker Journalist über Macht und Machenschaften der Fast-Food-Industrie
• aus DER SPIEGEL 13/2002
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

SPIEGEL: Mr. Schlosser, die Amerikaner lieben Fast Food - ist das so schlimm?

Schlosser: Es ist eine Sucht. Jeden Tag rennen 70 Millionen US-Amerikaner in ein Fast-Food-Restaurant. Dadurch bekommen diese Ketten unglaubliche Macht und verändern unsere Gesellschaft: Durch ihren Einfluss sind die Mindestlöhne für Arbeiter seit Ende der sechziger Jahre um 40 Prozent gefallen. Das finde ich erschreckend.

SPIEGEL: Sie haben für Ihr Buch »Fast Food Gesellschaft« mehr als zwei Jahre recherchiert. Wie viele Hamburger haben Sie dabei gegessen?

Schlosser: Während meiner Recherchen saß ich ständig in Fast-Food-Restaurants. Es wäre unhöflich gewesen, nicht mit meinen Informanten zu essen. Außerdem schmeckt mir das Zeug richtig gut, und natürlich ist es toll, für einen Dollar satt zu werden.

SPIEGEL: Wo ist dann das Problem?

Schlosser: Die Auswirkungen dieser Industrie auf die Landwirtschaft sind verheerend. Sie wird mittlerweile von wenigen Großunternehmen kontrolliert. Die Arbeitsbedingungen der Angestellten sind miserabel, in den Schlachthöfen sind sie manchmal sogar lebensgefährlich. In dem Essen stecken Unmengen von Geschmacksstoffen, die Gesundheitskontrollen sind lasch. Und die Art und Weise, wie die einzelnen Ketten auf Kinder abzielen, ist unverantwortlich.

SPIEGEL: Sind Veränderungen möglich?

Schlosser: Klar. In Kalifornien hat die Regierung gerade Fast Food an Grundschulen verboten. Man überlegt auch, hohe Steuern auf Limonade zu erheben. Damit könnte man 500 Millionen Dollar im Jahr einnehmen. Mit dem Geld sollte man die Fettleibigkeit der Amerikaner bekämpfen.

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