Erinnerungs-Besuch: Obama in Dresden eingetroffen - DER SPIEGEL
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Erinnerungs-Besuch Obama in Dresden eingetroffen

US-Präsident Obama ist zum Deutschland-Kurzbesuch in Dresden angekommen. Auf dem Programm stehen eine Besichtigung im KZ Buchenwald, der Besuch der Dresdner Frauenkirche und Treffen mit US-Soldaten. Bundeskanzlerin Merkel freut sich auf den "guten Freund".
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Dresden - Nach seiner Grundsatzrede an die muslimische Welt in Ägypten ist US-Präsident Barack Obama am Donnerstagabend in Dresden eingetroffen. Sein Flugzeug "Air Force One" landete am Abend auf dem Dresdner Flughafen. Dort wurde er vom Protokollchef des Auswärtigen Amtes, Rainald Steck, und dem Chef der Sächsischen Staatskanzlei, Johannes Beermann, begrüßt. Anschließend machte er sich auf seinen Weg ins Hotel in der eigens abgeriegelten Dresdener Altstadt. Am Freitag soll der Präsident Bundeskanzlerin Angela Merkel treffen.

Merkel wird Obama zu einem einstündigen Gespräch im historischen Grünen Gewölbe empfangen. Nach einem Besuch der Dresdner Frauenkirche wird Obama in Begleitung der Kanzlerin am Freitagnachmittag in der Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar erwartet und dort als erster US-Präsident ein ehemaliges Konzentrationslager auf deutschem Boden besuchen. Obama will nach Einschätzung von Berliner Regierungskreisen damit nach seiner Rede in Kairo die Verbundenheit der USA mit der jüdischen Welt demonstrieren.

Der US-Präsident hatte in Kairo den Muslimen die Hand gereicht und zur Überwindung gegenseitiger Missverständnisse aufgerufen. Zur Lösung des Nahost-Konflikts hatte er sich für eine Zwei-Staaten- Lösung ausgesprochen und den Iran im Atomstreit zum Dialog mit dem Westen aufgerufen.

Merkel erwartet "transatlantischen Schulterschluss"

Diese Auffassung werde auch von Merkel voll geteilt, hieß es aus Regierungskreisen. Insofern sei von dem Gespräch ein "transatlantischer Schulterschluss" zu erwarten. Die Kanzlerin wolle mit Obama ausloten, wie die Ziele gemeinsam verwirklicht werden können. Weitere Themen sollen die Bekämpfung der Finanz- und Wirtschaftskrise, die anstehenden Verhandlungen über den Schutz des Weltklimas und das Verhältnis zu Russland sein. In der "Leipziger Volkszeitung" (Freitag) sagte Merkel, die USA könnten im Klimaschutz noch ambitionierter auftreten.

Nachdem es Diskussionen über die verhältnismäßig wenigen Programmpunkte des Deutschland-Besuchs gegeben hatte, hatte sich die amerikanische Seite am Mittwochabend noch überraschend mit einer Besichtigung der Dresdner Frauenkirche einverstanden erklärt. In der sächsischen Landeshauptstadt herrschten bereits am Donnerstag strengste Sicherheitsvorkehrungen. Die Bürger werden wegen der Absperrungen keine Chance haben, Obama persönlich zu erleben.

Merkel sieht Obama trotz der Kürze seiner bisherigen Amtszeit bereits als Freund an. "Mit Präsident Barack Obama besucht ein guter Freund, ein enger Verbündeter und wichtiger Partner Deutschlands (...) Sachsen und Thüringen", schreibt die Regierungschefin in einem Gastbeitrag für die "Sächsische Zeitung".

Besuch in Buchenwald

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur werden Obama und Merkel in Buchenwald auch von Vertretern von Opferverbänden begrüßt werden. Auch soll Obama Jugendlichen vorgestellt werden, die in Buchenwald einen freiwilligen Friedensdienst leisten. Nach dem gemeinsamen Gang über die Gedenkstätte werden Obama und Merkel kurze Erklärungen abgeben.

Obama wird von Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel begleitet werden. Wiesel gehörte zu den Insassen, die von amerikanischen Streitkräften 1945 aus dem Konzentrationslager befreit werden konnten. Er soll auch den Anstoß für den Wunsch Obamas gegeben haben, das Lager zu besuchen.

Zum Abschluss seines knapp eintägigen Deutschland-Aufenthalts wird Obama am frühen Abend in Landstuhl in der Pfalz ein amerikanisches Militärhospital besuchen. Am Samstag wird der US-Präsident in der Normandie an den Feiern zum 65. Jahrestag der Landung der Alliierten teilnehmen. Der Deutschland-Besuch von Obama ist nach Ansicht von Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) eine Gelegenheit zur Würdigung der Amerikaner. Es sei die Möglichkeit, darauf hinzuweisen, dass Freiheit, Demokratie und Wiedervereinigung sich nach dem Zweiten Weltkrieg auch durch die Amerikaner entwickelt haben, sagte Althaus der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

ore/dpa/ddp/AP