Erklärung Bobby Fischer will US-Staatsbürgerschaft ablegen
Tokio - "Ich will kein amerikanischer Bürger mehr sein. Es reicht", heißt es in einer handschriftlichen Erklärung Fischers, die seine Anwältin Masako Suzuki bei einer Pressekonferenz den Reportern zeigte. Ihr Mandant, der mit dem Verzicht auf die US-Staatsbürgerschaft staatenlos wird, wolle beim Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen beantragen, als Flüchtling eingestuft zu werden.
Der 61-jährige Sohn eines Deutschen war Mitte Juli in Tokio festgenommen worden, weil sein amerikanischer Pass ungültig war. Die US-Behörden werfen Fischer vor, mit der Teilnahme an einem Schachturnier in Montenegro im damaligen Jugoslawien 1992 gegen internationale Sanktionen verstoßen zu haben. Fischer tauchte nach dem Turnier unter. Dem ehemaligen Weltmeister drohen wegen des Sanktionsbruchs in den USA bis zu zehn Jahre Haft und eine Geldstrafe von bis zu 250.000 Dollar.
Fischer erlangte im Jahr 1972 Weltruhm. Damals gewann er als erster Amerikaner gegen Boris Spasski aus der Sowjetunion den Titel des Schachweltmeisters.