Ernährung: Acrylamid auch in Bio-Lebkuchen - DER SPIEGEL
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Ernährung Acrylamid auch in Bio-Lebkuchen

Nach Angaben der Berliner Verbraucherorganisation Foodwatch enthält zahlreiches Weihnachtsgebäck den Stoff Acrylamid. Nun haben Messungen ergeben, dass darunter auch drei Bioprodukte sind.
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Hamburg - Vor Tagen hatte Foodwatch mitgeteilt, dass Lebkuchen und Spekulatius teilweise stark mit Acrylamid belastet sind. Der Stoff steht im Verdacht, das Erbgut zu verändern und Krebs zu erzeugen. Nun hat die Organisation ihre Tests ausgeweitet. Bei den Messungen kam heraus, dass Bio-Weihnachtsgebäck "nicht besser" als die übrigen Produkte ist.

Drei Produkte von zwei Herstellern fielen den Testern nach Angaben von Foodwatch-Mitarbeiter Matthias Wolfschmidt unangenehm auf: Die "Feinsten Elisenoblatenlebkuchen Bio" der Firma Weiss, einer Tochter des Aachener Printenherstellers Lambertz, wiesen gar den höchsten Wert im gesamten Test aus: 792 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm. Ein Jahr zuvor hatte das gleiche Produkt noch 570 Mikrogramm/kg enthalten.

Die als Bioprodukte angepriesenen Mini-Spekulatius der Firma Allos und deren Bio-Elisenlebkuchen wiesen 205 Mikrogramm auf (Vorjahr: 461) und 273 (445) aus. Lobend erwähnte Wolfschmidt zwei Produkte der Nürnberger Firma Schmidt, die nicht als Bioartikel firmieren und etwa an die Lidl-Gruppe geliefert werden: Sie erreichten 19 bzw. 28 Mikrogramm pro Kilogramm.

Die Berliner Verbraucherschützer fordern, dass die Acrylamidbelastung in Lebensmitteln auf diesen kenntlich gemacht werden soll. Wolfschmidt sagt: "Die meisten Hersteller informieren weder ihre Kunden noch antworten sie auf Anfragen zu Acrylamid." Footwatch zitiert Fritz Sörgel, den Leiter des Nürnberger Instituts für biomedizinische und pharmazeutische Forschung: "Eine verbindliche Kennzeichnung von Lebensmitteln mit ihrer Acrylamidbelastung erscheint dringend nötig."

Wolfschmidt kritisiert auch die Verbraucherschutzpolitik der Bundesregierung. Diese setze den "Signalwert" mit 1000 Mikrogramm pro Kilo viel zu hoch an.