Erschlagener Bauer: Vater hatte Töchter missbraucht - DER SPIEGEL
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Erschlagener Bauer Vater hatte Töchter missbraucht

Im Prozess um einen von seiner Familie vermutlich erschlagenen und zerstückelten Landwirt gehen Staatsanwälte und Verteidiger davon aus, dass das Opfer vor seinem Tod seine beiden Töchter sexuell missbraucht hat. Das hat eine psychiatrische Begutachtung der 18 und 19 Jahre alten Frauen ergeben.
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Ingolstadt - Wie heute vor dem Landgericht Ingolstadt bekannt wurde, hatten die Töchter bei Befragungen durch einen Landgerichtsarzt angegeben, vom Vater sexuell missbraucht worden zu sein. Der 49-jährigen Ehefrau, den zwei Töchtern und dem 21-jährigen Verlobten wird vorgeworfen, den Familienvater vor drei Jahren ermordet und seinen Körper auf grausige Weise beseitigt zu haben. Von der Leiche des 52-jährigen Rudolf R. fehlt jede Spur. Der Bauer aus dem Städtchen Neuburg an der Donau gilt seit Oktober 2001 als vermisst.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft ist die Familie für das Verschwinden von Rudolf R. verantwortlich. Das Opfer galt als alkoholkranker Tyrann, der seine Familie demütigte, wann immer ihm der Sinn danach stand. Trotz fehlender Leiche zeigen sich die Vertreter der Anklage bislang zuversichtlich, ein Urteil gegen die Beschuldigten zu erreichen.

Am zweiten Verhandlungstag schilderte ein Polizeibeamter Details aus dem mittlerweile widerrufenen Geständnis des Verlobten. "Als es um die Einzelheiten ging, war das auch für einen Ermittler mit langjähriger Erfahrung schockierend", sagte der Kriminalpolizist vor der Jugendkammer. Der junge Verlobte hatte zunächst gestanden, das Opfer unter Anfeuerungsrufen seiner Freundin Michaela, deren Schwester Andrea und der Mutter Hermine ermordet zu haben. Der Angeklagte war seinen eigenen Angaben nach sehr betrunken. Am Tag darauf hätten die vier die Leiche mit Messer, Axt und Säge zerteilt, die Teile zerkocht und den sieben Hofhunden zum Fraß vorgeworfen.

Der Vorsitzende Richter Georg Sitka konfrontierte den Ermittler mit dem Vorwurf des 21-Jährigen, er habe nur "aus Angst vor Misshandlung" gestanden. Auf die Frage, ob das stimme, antwortete der Polizist mit "Nein".

Die Angeklagten blieben auch heute dabei, vor der Jugendkammer nicht auszusagen. Der Vorsitzende Richter hatte den drei Frauen in Aussicht gestellt, bei einem Geständnis in demselben Gefängnis untergebracht zu werden.

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