Erste Enzyklika: Benedikts Wort zum Eros - DER SPIEGEL
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Erste Enzyklika Benedikts Wort zum Eros

Mit Spannung erwartet die katholische Kirche die erste Enzyklika ihres Oberhaupts. Mit mehrwöchiger Verspätung will Papst Benedikt XVI. das gut 40-seitige Werk jetzt präsentieren. Das Thema: die Liebe.
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Rom - Das päpstliche Lehrschreiben trägt den Titel "Deus Caritas est" (Gott ist Liebe) und handelt von der göttlichen und menschlichen Liebe als bestimmende Kraft in der Welt. "Das Wort Liebe ist heute so verbraucht und abgenutzt, dass man fast fürchtet, es auszusprechen", sagte der Papst zu seinem Dokument, das er persönlich auf Deutsch geschrieben hat.

Es gilt in Rom als recht ungewöhnlich, dass sich ein Papst bereits vor der Präsentation seiner Enzyklika dazu äußert. Schon im Vorfeld sorgte die Enzyklika für erhebliche Aufregung in Rom: Zeitungen veröffentlichten Textpassagen und Kernaussagen. Der deutsche Kurienbischof Paul Josef Cordes meint, der Papst gehe darin auch auf die erotische Liebe zwischen den Menschen ein. Die Verzögerungen seien auf Übersetzungsprobleme zurückzuführen.

Es heißt, neun Monate nach seiner Papstwahl warne Joseph Ratzinger in dem Dokument ausdrücklich vor Eros ohne Liebe und Glaube. Dadurch werde Liebe "zum reinen Sex herabgesetzt". Die Liebe werde zur Ware, "der Mensch selbst wird zur Ware", heißt es den Angaben zufolge in dem Rundschreiben. Enzykliken sind päpstliche Rundschreiben an die ganze Kirche, gelten aber nicht als "unfehlbar".