Erster bekannter Fall: Tödliches Marburg-Virus nach Europa eingeschleppt - DER SPIEGEL
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Erster bekannter Fall Tödliches Marburg-Virus nach Europa eingeschleppt

Erstmals ist eine Patientin mit dem tödlichen Marburg-Virus in Europa eingereist. Die Niederländerin hatte sich während eines Uganda-Urlaubs mit dem Erreger infiziert. Das hoch ansteckende Virus führt zu schweren inneren Blutungen - ein Gegenmittel gibt es nicht.
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Den Haag/Hamburg - Die Patientin, eine etwa 40-jährige Niederländerin, liegt zur Zeit in der Universitätsklinik von Leiden. "Sie ist schwer erkrankt, aber ihr Zustand ist stabil", sagte einer der Ärzte am Donnerstag. Das niederländische Reichsinstitut für Gesundheit versicherte, die Gefahr einer Verbreitung des Virus sei gering. Etwa 100 Menschen, die Kontakt mit der Touristin gehabt haben könnten, würden medizinisch beobachtet.

Das Marburg-Virus gehört zu den gefährlichsten bekannten Krankheitserregern. Infektionen damit seien zwar selten, aber oft tödlich, berichtet die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Zudem nehmen Ausbrüche oft einen "dramatischen" Verlauf. Die Viren gehören laut WHO zu den ansteckendsten Krankheitserregern.

Das Marburg-Virus führt meist zu schweren inneren Blutungen. Bis zu 90 Prozent der Infizierten sterben. Ein Medikament gegen die Infektion gibt es nicht. Es handele sich um den ersten Fall überhaupt, in dem ein Patient das gefährliche Virus aus Afrika herausgebracht habe, berichtete das Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, wo der Erreger in Proben der Niederländerin nachgewiesen worden war.

Das niederländische Institut berichtete, die Frau habe in Uganda eine Höhle besichtigt, in der viele Fledertiere leben. Vermutlich sei sie dort infiziert worden. Schon im vergangenen Jahr war der Marburg- Erreger in Uganda bei in Höhlen lebenden Flughunden gefunden worden.

Der Leiter der Virologie des Hamburger Tropeninstituts, Stephan Günther, sagte, die Patientin sei zur Zeit ihres Rückflugs noch nicht erkrankt. Es gebe keine Hinweise, dass Patienten vor dem Ausbruch der Krankheit ansteckend seien.

Den Angaben zufolge wurde die Niederländerin am 5. Juli in ein Krankenhaus in Helmond aufgenommen, zwei Tage später in einem verschlechterten Zustand zur Uniklinik in Leiden überwiesen. Dort wurde sie streng isoliert. Eine Ansteckung ist aber nach diesen Angaben nur durch Kontakt mit Körperflüssigkeit der Erkrankten möglich.

Das Marburg-Virus war 1967 in Marburg entdeckt worden, nachdem sich mehrere Mitarbeiter eines Labors an Versuchsaffen aus Uganda infiziert hatten. Das nun aus der Niederländerin isolierte Virus habe eine sehr ähnliche Erbgutsequenz wie die damals in Marburg entdeckten Erreger, sagte Günther.

amz/dpa