Eschede: Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung - DER SPIEGEL
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Eschede Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung

Die Staatsanwaltschaft Lüneburg will Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen Verantwortliche der Bahn einleiten. Grundlage ist ein Gutachten, nach dem die ICE-Radreifen vor ihrer Einführung 1992 nur ungenügend geprüft worden waren, was schließlich zu der Katastrophe geführt hatte.
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Lüneburg/Eschede - Das Gutachten war auf Basis der Untersuchungen des Darmstädter Fraunhofer-Instituts zu den Ursachen des Zugunglücks von einem unabhängigen Sachverständigen erstellt worden. Es kommt zu dem Ergebnis, dass bei der Einführung der ICE-Radreifen 1992 keine ausreichende Prüfung stattgefunden hatte: Weder seien eine "rechnerische Abschätzung der Ermüdungsfestigkeit sowie der Beanspruchung vorgenommen worden, noch wurden damals oder in der Folgezeit hierzu ausreichende Labor- und Fahrversuche durchgeführt", teilte die Staatsanwaltschaft mit. Schon bald könnten Ermittlungsverfahren gegen einzelne Verantwortliche der Bahn eingeleitet werden.

Ein wegen zu hoher Belastung gebrochener Radreifen war die Ursache für den Unfall am 3. Juni 1998 gewesen. Mehrere Waggons sprangen bei Tempo 200 aus den Gleisen und prallten gegen eine Brücke. 101 Menschen fanden dabei den Tod.