Europol Deutsche wollen an der Spitze bleiben
Hamburg - Beworben für den Europol-Vorsitz hat sich Max-Peter Ratzel, Leiter der Abteilung Organisierte und Allgemeine Kriminalität im Bundeskriminalamt (BKA). Die Europol-Stelle war seit 1999 mit dem Deutschen Jürgen Storbeck besetzt, dessen Vertrag am 30. Juni dieses Jahres ausgelaufen und nicht erneuert worden war. Angeblich hatte Storbeck die Franzosen verärgert, denen er vorgeworfen hatte, nicht genug für Europol zu tun.
Zu Ratzels Mitbewerbern zählen die früheren Europol-Abteilungsleiter Gilles Leclair aus Frankreich und Emanuele Marotta aus Italien sowie der kommissarische Europol-Chef Mariano Simancas Carrióu aus Spanien. Weil Ratzel sich Anfang des Jahres gegen die Pläne von Bundesinnenminister Otto Schily stellte, Teile des BKA nach Berlin zu verlegen, vermuten Insider, dass seine Unterstützung nur ein taktischer Vorstoß sei.
Schily will nämlich im nächsten Jahr die Leitung der europäischen Anti-Korruptionsbehörde Olaf wieder mit einem Deutschen besetzen - er könnte den Europa-Posten dann dafür als Verhandlungsmasse anbieten.