FOTOGRAFIE Ewiger Ruhm
Kirk Douglas in Cannes, 1953, vor dem Carlton Hotel lässig an einem Buick lümmelnd. Oder Alain Delon, in einem Ferrari 250 Cabrio, neben sich die zarte Jane Fonda: inszenierte Schnappschüsse an der Côte d'Azur, festgehalten von dem Fotografen Edward Quinn. Schauspieler und Lebenskünstler, Playboys und Mannequins zog es in den fünfziger Jahren an die französische Riviera; das Leben, das sie dort führten, hielten die Menschen damals für »mondän«. Quinn war einer ihrer bedeutendsten Chronisten. Möglicherweise, lässt ein neuer Bildband vermuten, weil es der gebürtige Ire wie kein Zweiter verstand, die Reichen und Schönen mit dem Auto, ihrem liebsten Fetisch, in Szene zu setzen. »Stars and Cars« heißt ein Buch, das dem motorisierten Lebensgefühl der Fünfziger nachspürt: Paparazzi-Fotos für die bunten Blätter, Schnappschüsse, einige wenige Porträts. Es fällt auf, dass die Autos meist nur umstanden werden, bestaunt, bewundert; kaum jemals werden sie bewegt. Tatsächlich waren die Jaguar, Aston Martin, Ford Thunderbird und Alfa Romeo nicht weniger atemberaubend als die Schauspieler, die darin saßen. In manchen Fällen hat der Ruhm der Autos den Ruhm ihrer Fahrer sogar überlebt.
Edward Quinn: »Stars and Cars of the '50s«. Hrsg. von Wolfgang Frei und Gret Quinn. Verlag teNeues, Kempen; 256 Seiten; 79,90 Euro.