Ex-Geiseln "Das Schlimmste war die Ungewissheit"
Frankfurt am Main - Bei ihrer Ankunft auf dem Frankfurter Flughafen wurden die beiden von den Schrecken und Strapazen der mehrtägigen Geiselhaft gezeichneten Mitarbeiter der Organisation World Vision von Verwandten und einem Vertreter des Auswärtigen Amtes empfangen. "Wir sind froh, wieder frei und in Deutschland zu sein", sagte Ekkehard Forberg, 31, der vorerst im Rollstuhl sitzen muss. Er war von den Kidnappern barfuss durch die Wüste geführt worden, die Wunden, die er sich dabei an den Füßen zuzog, sind noch nicht verheilt. Steffen Horstmeier, 30, sagte sie seien von den Rebellen während der Geiselhaft relativ gut behandelt worden.
Begonnen hatte alles mit einer Schießerei: Die Mitarbeiter wurden mit vorgehaltener Waffe aufgefordert, ihre Zelte zu verlassen. Anschließend seien er und Forberg getrennt worden, berichtete Horstmeier. "Wir hatten Funkkontakt zu anderen Helfern vor Ort. Das Schlimmste war die Ungewissheit," sagte Horstmeier, der schon in zwei Wochen seine Arbeit im Sudan wieder aufnehmen will. "Ein paar Menschen dort führen Krieg, aber die meisten leiden darunter." Er sehe es immer noch als seine Aufgabe an, diesen Menschen zu helfen.
Die Deutschen waren am Montag vergangener Woche zusammen mit zwei anderen Entwicklungshelfern von südsudanesischen Rebellen verschleppt worden. Ein kenianischer Mitarbeiter von World Vision kam dabei ums Leben. Nach intensiven Verhandlungen war Forberg am Samstag freigelassen worden, Horstmeier kam bereits am Donnerstag frei. Lösegeld an die Entführer soll nach Angaben des Auswärtigen Amtes nicht bezahlt worden sein.