Experte: Zwei Wochen Flut schlimmer als 16 Jahre Bürgerkrieg - DER SPIEGEL
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Experte Zwei Wochen Flut schlimmer als 16 Jahre Bürgerkrieg

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Bonn - Die internationale Gemeinschaft muss nach Überzeugung der Deutschen Welthungerhilfe mehrere Jahre lang das vom Hochwasser heimgesuchte Mosambik beim Wiederaufbau unterstützen. "Die Welt muss auch dann noch helfen, wenn die Katastrophe von den Bildschirmen verschwunden ist", sagt Karl-Otto Zentel von der Welthungerhilfe.

Die seit zwei Wochen andauernde Flutkatastrophe habe in Mosambik schlimmere Schäden angerichtet als der 16-jährige Bürgerkrieg. Es sei ungeheuer schwer, in der Region Hilfe zu organisieren, da auch die Nachbarländer von den schweren Regenfällen in Mitleidenschaft gezogen seien. Die Welthungerhilfe werde am Freitag in einem Bundeswehr-Airbus zunächst 1,5 Tonnen Medikamente und Zelte ins Katastrophengebiet fliegen lassen.

Die relativ späte internationale Hilfe für das afrikanische Land habe mehrere Gründe, meinte Zentel. Zum einen sei Mosambik nach Ende des Bürgerkriegs "außerhalb des Interesses der Weltbühne" gewesen. Zum anderen sei das Ausmaß der Flutkatastrophe lange Zeit tatsächlich schwer abschätzbar gewesen. "Der Schub an neuem Wasser hat viele überrascht", meinte der Leiter der Fachgruppe Nothilfe. "Auch die Medien haben einige Zeit gebraucht, zu erfassen, was da geschieht."

Den Menschen droht laut Zentel in nächster Zeit vor allem eine Knappheit an trinkbarem Wasser. "Das Wasser ist jetzt oft bakteriell verseucht." Eine besondere Gefahr seien zumindest mittelfristig die rund zwei Millionen Minen, die im Bürgerkrieg vergraben und nun weggeschwemmt seien. Die Sprengkörper würden erneut die Landwirtschaft beeinträchtigen.