Experten Fastfood macht unfruchtbar
Düsseldorf - Ranziges Frittierfett gefährdet nach Aussage der Lebensmittelchemischen Gesellschaft die Gesundheit der Verbraucher. "Das ist ein ständiges Ärgernis", sagte der Vorsitzende Axel Preuß anlässlich einer Düsseldorfer Fachtagung von Lebensmittelchemikern.
Mit solchem Fett gefütterte Ratten hätten in Tierversuchen nach einiger Zeit ihre Fortpflanzung eingestellt, berichtete Preuß. Auch Menschen seien bei sehr starkem Konsum ranziger Pommes frites und anderer Imbisse gefährdet. Mit einer neuen Untersuchungsmethode sollen Lebensmittelkontrolleure ranzigem Fett besser auf die Spur kommen.
"Wenn man eine Imbissbude am Geruch erkennt, ist das Fett bereits zu alt", sagte Preuß. Viele Imbissbuden würden abends lediglich Krümel aus dem Frittierfett filtern, anstatt es auszuwechseln. "Da entsteht ein ekliges Gemisch aus vielen Stoffen", sagt Preuß. Sauerstoff, Nahrungsreste und Wasser lassen bei der starken Hitze die Fettsäureketten der Pflanzenöle zu neuen, teilweise schädlichen Verbindungen zerfallen.
Mit dem neuen Verfahren des Instituts für Lebensmittelchemie der Universität Münster sollen die Altfette bereits anhand kleiner Proben nachgewiesen werden können. Wenige Milliliter Frittierfett werden dabei in Benzin aufgelöst. Die nicht löslichen Altstoffe bleiben dabei zurück.
Die rund 2500 Lebensmittelkontrolleure und 500 Chemiker in den Untersuchungsämtern der deutschen Kreise können Preuß zufolge Imbissbuden und Restaurants insgesamt jedoch nur stichprobenartig prüfen. "Wir sehen leider nur einen winzigen Teil", sagte der Chef der in Münster ansässigen Lebensmittelchemischen Gesellschaft.