Explosion in Chemie-Werk: Mindestens 25 Tote - DER SPIEGEL
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Explosion in Chemie-Werk Mindestens 25 Tote

Bei einer schweren Explosion in einer Chemiefabrik im französischen Toulouse sind mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen. 658 Männer und Frauen liegen noch in Krankenhäusern, 50 von ihnen sind schwer verletzt.
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Toulouse - Erste Spekulationen, bei der Explosion habe es sich um einen Terroranschlag gehandelt, wies die Polizei zurück. Es sei aller Wahrscheinlichkeit nach ein Unfall gewesen, hieß es. Die Explosion erschütterte am Freitag um 10.15 Uhr die Vororte der südfranzösischen Stadt. Mindestens 50 Menschen wurden sehr schwer verletzt. Die Polizei warnte vor einer Gaswolke, die offenbar auch giftiges Ammoniak enthielt.

Die Explosion in einer Düngemittelfabrik des Konzerns Elf Atochem zerstörte zwei große Industriegebäude und riss einen Krater von 50 Metern. Eine Druckwelle ließ noch in Kilometern Entfernung Fensterscheiben und Schaufenster zerbersten. Viele Einwohner versuchten in Panik die Stadt zu verlassen. Toulouse ist das Hauptzentrum der französischen Luft- und Raumfahrt und Sitz des größten europäischen Flugzeugherstellers Airbus.

Polizei und Sicherheitsbehörden ließen unmittelbar nach der Explosion öffentliche Gebäude und Schulen in der Umgebung räumen und die Zufahrtsstraßen nach Toulouse sperren. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, zu Hause zu bleiben. Der Flughafen wurde vorübergehend geschlossen. Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac forderte die Bevölkerung auf, die Sicherheitsanforderungen strikt zu befolgen. Premierminister Lionel Jospin brach von Paris nach Toulouse auf.

Von der Detonation wurde auch ein Werk in der Nähe erschüttert, in dem Treibstoff für die europäische Trägerrakete Ariane hergestellt wird. Dort wurde von zwei Schwerverletzten gesprochen. Erste Meldungen über eine zweite Explosion in einem Einkaufszentrum in der Innenstadt sorgten für Verwirrung, wurden aber wenig später dementiert.

Nahe Toulouse hat Europas größter Flugzeughersteller Airbus seine Hauptwerke neben den Fabriken in Hamburg-Finkenwerder. Ein Sprecher der Airbus-Muttergesellschaft EADS sagte, nach ersten Informationen sei Airbus nicht betroffen. Die Flugzeugwerke lägen etwa acht Kilometer von dem Unglücksort entfernt.