Explosion in Jakarta Zahl der Toten gestiegen
Jakarta - Die Polizei teilte am Donnerstag mit, alle Leichen seien geborgen worden. Inzwischen wurden Vermutungen laut, hinter dem Anschlag könnten Anhänger des früheren Diktators Suharto stehen. Präsident Abdurrahman Wahid forderte, die Schuldigen schnell festzunehmen, selbst wenn hochrangige Persönlichkeiten von den Ermittlungen betroffen wären.
"Es gibt in diesem Land keine heiligen Kühe", soll Wahid nach Angaben von Kabinettsminister Marsilam Simanjuntak während einer eilig einberufenen Sitzung des Kabinetts gesagt haben. Er erwarte von Polizei und Staatsanwaltschaft, gegen Verdächtige ohne Rücksicht auf deren Position oder Status zu ermitteln.
Der Anschlag auf die Börse ereignete sich einen Tag vor der Fortsetzung des Korruptionsprozesses gegen Suharto. Vor zwei Wochen explodierte eine Bombe unmittelbar vor Beginn des Verfahrens gegen den ehemaligen Diktator, der Indonesien 32 Jahre lang regierte, bevor er 1998 zurücktreten musste. Polizeichef General Rusdihardjo sagte nach Angaben der Tageszeitung "Jakarta Post", bei der Explosion vom Mittwoch könne es sich um einen Terrorakt handeln, weil es Parallelen zu anderen Anschlägen gebe, die kurz vor oder nach Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Prozess gegen Suharto verübt worden seien.
Der Korruptionsprozess wurde am Donnerstag fortgesetzt. Allerdings erschien der 79-Jährige wieder nicht vor Gericht und machte dafür gesundheitliche Gründe geltend.