Explosion in Ritterhude: Verwüstung im Wohngebiet
Explosion in Ritterhude Gemeinde fürchtete offenbar seit Jahren eine Katastrophe
Ritterhude - Hätte die heftige Explosion in der Entsorgungsfirma in Ritterhude verhindert werden können? Fest steht nun: Die betroffene Firma im niedersächsischen Landkreis Osterholz war der Gemeinde schon lange ein Dorn im Auge. "Das ist die Katastrophe, die wir immer schon befürchtet haben", zitiert der NDR die Bürgermeisterin von Ritterhude, Susanne Geils. Seit Beginn ihrer Amtszeit habe sie versucht, die Firma in ein reines Industriegebiet umzusiedeln - ohne Erfolg.
Auf dem Gelände der Entsorgungsfirma, das in einem Industrie- und Wohngebiet liegt, hatte es am Dienstagabend eine Explosion gegeben. Dabei wurde ein 60 Jahre alter Mitarbeiter lebensgefährlich verletzt, zwei Anwohner erlitten Knochenbrüche, ein Feuerwehrmann wurde leicht verletzt. Die Druckwelle der Explosion hatte zudem Dutzende Häuser so stark beschädigt, dass sie evakuiert werden mussten.
Ursache und Schadenshöhe der Katastrophe sind noch offen. Hinweise darauf, dass die Entsorgungsfirma gegen Vorgaben verstoßen hat, gibt es nach Polizeiangaben bislang nicht.
Einen Wiederaufbau des Unternehmens, in der Lösungsmittel, Lacke und Farben aufgearbeitet worden sein sollen, schließt die Bürgermeisterin aus: "Es wird keine Genehmigung für einen Wiederaufbau geben", sagte die SPD-Politikerin der Nachrichtenagentur dpa. Die Firma habe unter bestimmten Auflagen Bestandsschutz gehabt, aber "das sind alte Strukturen von vor 20 Jahren". Die Betreiber waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, die Internetseite des Unternehmens vorübergehend geschlossen.
Das Entsorgungsunternehmen war dem NDR-Bericht zufolge in den vergangenen Jahren immer weiter gewachsen. Als die Betreiber vor vier Jahren ein angrenzendes Grundstück hätten kaufen wollen, seien die Anwohner auf die Barrikaden gegangen. Aus der Expansion der Firma wurde nichts, dem Bericht zufolge steht das Grundstück neben der Unglücksstelle bis heute leer.