Extremisten Attas Vater rühmt Londoner Attentäter
Kairo - Er würde weitere derartige Anschläge begrüßen, sagte Mohammed al-Amir in einem Gespräch mit dem CNN-Mitarbeiter Ayman Mohjeldin in Kairo. Amirs Sohn ist der Terrorpilot Mohammed Atta, der am 11. September 2001 ein entführtes Passagierflugzeug in den Nordturm des World Trade Centers steuerte.
Die Anschläge seien der Auftakt eines 50 Jahre andauernden religiösen Krieges, in dem es viele weitere Kämpfer wie seinen Sohn geben werde, zitiert CNN den Mann. Die Terrorzellen überall auf der Welt seien "eine Atombombe, die jetzt aktiviert wurde und tickt", sagte Amir, der sein Alter mit "mindestens 70" angab. Mitgefühl für die Opfer der Londoner Anschläge zeigte Amir nicht. Er verurteilte die "unterschiedlichen Maßstäbe", mit denen die Weltöffentlichkeit die Opfer in London und die "Opfer in der islamischen Welt" messe. Politische und geistliche Führer der arabischen Welt, die die Attentate verurteilt hatten, bezeichnete er als Verräter und Nicht-Muslime.
Das Gespräch fand nicht vor laufender Kamera statt. Auf die Frage, ob er seine Aussagen in einem gefilmten Interview wiederholen könne, sagte Amir, das werde er gegen Zahlung von 5000 Dollar tun. Das sei die Summe, die man brauche, um einen Anschlag wie in London finanzieren zu können. Das Geld, das er für das Interview bekomme, wolle er für weitere Attentate spenden, sagte Amir. CNN lehnte eine Bezahlung ab.
Attas Vater, ein Rechtsanwalt, hatte kurz nach den Anschlägen vom 11. September 2001 zunächst jegliche Beteiligung seines Sohnes bestritten. Mohammed habe den Terroristenführer Osama Bin Laden gehasst und wäre niemals dessen Organisation al-Qaida beigetreten, so der Senior, der an eine Verschwörung des israelischen Geheimdienstes glaubt. "Mein Sohn hat mich 24 und 48 Stunden nach dem Unglück angerufen, für eine Minute nur. Er ist entführt worden."