Extremwetter: Sturm steuert auf Deutschland zu - DER SPIEGEL
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Extremwetter Sturm steuert auf Deutschland zu

Schwere Sturmtiefs ziehen vom Atlantik nach Deutschland: Im Bergland und in Küstennähe rechnen Meteorologen mit Orkanböen. In Großbritannien und Frankreich hat der Sturm schwere Schäden hinterlassen.
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Offenbach - Trübe Aussichten: Der heutige Tag wird von Schauern und kurzen Gewittern bestimmt, berichtet der Deutsche Wetterdienst in Offenbach. Dazu weht ein frischer bis starker, in Böen stürmischer Südwestwind, in freien Lagen und im Bergland gibt es noch Sturmböen. Morgen ist im Bergland und in Küstennähe mit schwerem Sturm und Orkanböen zu rechnen. In der Nacht zum Donnerstag gehen bei starkem bis stürmischem Westwind Regenschauer, oberhalb etwa 400 bis 600 Meter Schneeschauer nieder.

Am schwersten waren Großbritannien und Frankreich von dem Sturmtief betroffen: In Dover wurde der Hafen vorübergehend geschlossen. Zahlreiche Fährverbindungen fielen aus. Die Londoner Flughäfen Heathrow und Gatwick strichen insgesamt rund 50 Flüge. Mehrere Brücken im Südosten Englands wurden ganz oder teilweise gesperrt und im Zugverkehr kam es zu Verspätungen.

Pendler auf dem Weg nach London mussten wegen überschwemmter Straßen lange Umwege in Kauf nehmen. Auch in Westfrankreich tobten heftige Winde und Regen, zahlreiche Keller wurden überschwemmt, Bäume entwurzelt. Der vom Atlantik kommende Sturm traf vor allem Gebiete in Wales und im Süden Englands - mit Windgeschwindigkeiten von bis zu Tempo 130. In den Grafschaften Devon und Cornwall wurden Straßen durch Überflutungen und umstürzende Bäume blockiert. Rund 10.000 Haushalte waren heute stundenlang ohne Strom. In zahlreichen Küstenorten verstärkten Einsatzkräfte mit Sandsäcken die Schutzanlagen gegen Überschwemmungen. Zuvor hatten die Behörden für sieben Regionen Flutwarnungen ausgesprochen.

Vor der Südküste Englands musste ein 11.000 Tonnen schwerer schwedischer Öltanker in den Hafen geschleppt werden, nachdem er auf eine Sandbank aufgelaufen war. Gleichzeitig lief in Westfrankreich ein 88 Meter langer niederländischer Frachter auf Grund, blieb aber ebenfalls ohne großen Schaden. Die sechs Seeleute und der Lotse sind nach Angaben der Präfektur unverletzt.

Durch den schweren Sturm, der über Nordwesteuropa tobt, versank ein französischer Fischkutter vor der Kanalinsel Guernsey in den Wellen. Die Behörden in Cherbourg teilten mit, alle fünf Fischer seien gerettet worden. Das Schiff sei gegen 18 Uhr bei schlechtem Wetter im Ärmelkanal untergegangen.

In der Bretagne in Frankreich kam bei einem heftigen Sturm ein Mann ums Leben, Dutzende Brücken wurden für den Verkehr gesperrt. Der Sturm begann in der Nacht und erreichte an der Küste Geschwindigkeiten von mehr als 110 Kilometern pro Stunde. Die Wellen türmten sich bis zu sechs Meter hoch. Auch in Belgien wurden Straßen gesperrt: Der Sturm erreichte dort Windgeschwindigkeiten bis zu 100 Kilometern pro Stunde, für die Nordseeküste wurde eine Sturmwarnung ausgegeben. Nach Angaben der britischen Umweltbehörde besteht bis Mittwoch die Gefahr von Springfluten.

Am Donnerstag bleibt es voraussichtlich weiter wechselhaft mit teils kräftigen Schauern und vielfach starker Bewölkung. Bei Höchstwerten zwischen fünf und elf Grad wird es etwas kühler, im Bergland werden maximal vier Grad erwartet. Der Wind weht erneut mit stürmischen Böen.

Zum Wochenende hin wird es vor allem im Süden vorübergehend deutlich freundlicher: Dort steigen die Höchsttemperaturen am Freitag auf 12 bis 18 Grad. In der Mitte und im Norden werden trotz vielfachen Regens 6 bis 14 Grad erwartet. Auch am Wochenende bleibt es voraussichtlich mild, aber regnerisch. Im Bergland soll es allerdings schneien. Zum Wochenanfang wird es fast überall wieder kühler, die Temperaturen sinken auf maximal vier bis elf Grad.

jjc/AFP/AP/dpa