Extremwinter: Eiseskälte kriecht nach Westen - DER SPIEGEL
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Extremwinter Eiseskälte kriecht nach Westen

Die Menschen in Russland harren schon seit Tage in bitterster Kälte aus, nun bereiten sich auch die Polen auf extreme Minusgrade vor. Für den Nordosten des Landes rechnen Meteorologen mit bis zu minus 36 Grad. Die Kältewelle wird Anfang der Woche auch Deutschland erreichen.
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Warschau/Moskau - Nach Angaben des polnischen Wetteramtes wurden im Osten des Landes in der Nacht bereits bis zu minus 30 Grad Bodentemperatur gemessen. Am Tag wird es ein wenig wärmer, fürs Wochenende sagen die Meteorologen dort durchschnittliche Temperaturen von minus 20 Grad vorher. Die eisige Kälte wird den Vorhersagen zufolge das ganze Land im Griff haben. Schon heute schickten viele Eltern in den ländlichen Gebieten Nordostpolens ihre Kinder nicht zur Schule. In dieser Region wird es den Prognosen zufolge sogar bis zu minus 36 Grad kalt. Weil die Züge unzureichend geheizt waren, kauften heute viele Reisenden bei den Händlern am Warschauer Hauptbahnhof warme Schals, Mützen oder Filzstiefel.

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Extremwinter: Russen trotzen der Kälte

Foto: REUTERS

In Deutschland stehen ebenfalls eisige Zeiten bevor. Anfang kommender Woche droht eine Kältewelle mit Minusrekorden. Schon in der Nacht zum Montag sollen in weiten Teilen Ostdeutschlands die Temperaturen auf bis zu minus zwanzig Grad auch im Flachland fallen, kündigte Andreas Wagner vom Wetterdienst Meteomedia heute an. "Der Trend geht hin zu einer ziemlich kalten nächsten Woche in ganz Deutschland. Dann könnte sich die russische Kaltluft abgeschwächt im ganzen Land durchsetzen."

In Moskau müssen die Menschen weiter in extremer Kälte mit Tiefstwerten von bis zu minus 30 Grad Celsius ausharren. In der Nacht kamen in Moskau mindestens fünf Menschen ums Leben, teilte die Gesundheitsbehörden der russischen Hauptstadt mit. Die Nachrichtenagentur Interfax hatte zuvor sieben Kältetote gemeldet, 22 Menschen würden mit Erfrierungen in Krankenhäusern behandelt. Bei der seit Montag andauernden Kältewelle erfroren bei bis zu minus 61 Grad in einigen Teilen des riesigen Landes nach offiziellen Zahlen bereits 71 Menschen, 16 davon in Moskau.

In den 24 Stunden starben seit gestern Nachmittag den russischen Behörden zufolge mindestens 22 Menschen allein im westlichen Teil des Landes. Vermutlich sind aber weitaus mehr Opfer zu beklagen, Nachrichtenagenturen berichteten von insgesamt 123. Opfer sind in vielen Fällen Obdachlose. Mindestens hundert Menschen sind laut Behörden mit Erfrierungen meist an Nasen und Ohren behandelt worden. Die Moskauer Stadtverwaltung rief die Bürger auf, Fenster und Türen zu isolieren, um Energie zu sparen. Der Gasverbrauch ist seit dem Kälteeinbruch sprunghaft gestiegen.

In Estland wurden heute Morgen an der Grenze zu Russland minus 33 Grad gemessen. Der Direktor des Gasunternehmens Eesti Gaas sprach von einer Notlage. Die Gasversorgung könne aus technischen Gründen nicht weiter hochgefahren werden. Das Wirtschaftsministerium forderte einige Wärmekraftwerke auf, statt Gas Benzin für die Energiegewinnung zu verwenden. In Lettland und Litauen mussten bereits mehr als hundert Menschen wegen Erfrierungen behandelt werden.