Fahndungserfolg: Flughafen-Bombendroher gefasst - DER SPIEGEL
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Fahndungserfolg Flughafen-Bombendroher gefasst

Knapp zwei Wochen nach den Bombendrohungen am Düsseldorfer Flughafen hat die Polizei den mutmaßlichen Täter gefasst. Anonyme Anrufe hatten den Airport und die ihn umgebenden Verkehrswege am 14. September fast vollständig lahm gelegt.
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Düsseldorf - Der 27-jährige, nicht vorbestrafte Elektrotechniker leugnet allerdings die ihm zur Last gelegte schwere Nötigung. "Wir gehen davon aus, dass wir den Richtigen haben", sagte Staatsanwalt Johannes Mocken in Düsseldorf jedoch.

Polizei und Staatsanwaltschaft werfen dem Verdächtigen vor, bei seinen Drohanrufen angegeben zu haben, der Terrorgruppe al-Qaida anzugehören. Ein Richter erließ am Freitag Haftbefehl gegen den Mann, der am Tattag selbst ab Düsseldorf in Urlaub nach Teneriffa geflogen war. Wegen der Sperrung des Flughafens hatte der Verdächtige selbst neun Stunden lang am Flughafen festgesessen. Aus dem ursprünglich vorgesehenen Starttermin um 12.50 wurde nichts. Die Maschine startete erst um 22.00 Uhr.

Nun drohen ihm wegen schwerer Nötigung bis zu fünf Jahre Haft und millionenschwere Schadenersatzklagen des Airports und der Fluggesellschaften. Das Motiv für die Anrufe blieb unklar. Der Mann bestreitet die Tat. Wegen der Drohungen war der drittgrößte deutsche Airport sieben Stunden lang gesperrt. Ein Drittel der mehr als geplanten 500 Starts und Landungen fiel aus. Rund 15.000 Passagiere waren davon betroffen.

Der 27-Jährige war laut Polizei durch einen Versandhandel-Betrug an seine Handy-Guthabenkarte gelangt. Deswegen rechnete er offenbar nicht damit, dass ihm die Ermittler auf die Schliche kommen konnten. Allerdings gelang es den Fahndern, seine Verlobte als diejenige zu ermitteln, die die Karte unter falschem Namen von einem Versandhaus ergaunert haben soll.

Entgegen ersten Medienberichten hat der Tatverdächtige die deutsche Staatsbürgerschaft, seine Verlobte ist ebenfalls Deutsche.

"Dies soll Nachahmern eine deutliche Warnung sein"

Die Anordnung der Untersuchungshaft gegen den 27 Jahre alten Mann rechtfertigten die Ermittler mit Fluchtgefahr und mit den zu erwartenden zivilrechtlichen Forderungen. Der Anrufer soll in insgesamt fünf Drohanrufen eine Bombe angekündigt. "Dies ist eine Bombendrohung. Ab 12.00 Uhr darf kein Flugzeug mehr starten. Nehmt meine Drohung ernst", hatte der Mann erklärt.

Die Anrufe waren mitgeschnitten worden. Deshalb gehen die Ermittler davon aus, den Mann mit Hilfe einer Stimmen-Analyse gerichtsfest überführen zu können, zumal die Handy-Karte in seiner Wohnung in Haan bei Düsseldorf gefunden wurde. Der Mobilfunkbetreiber konnte ermitteln, dass die Anrufe auch aus diesem Bereich abgesetzt wurden, bevor der Verdächtige selbst zum Flughafen gereist war.

"Nehmt meine Drohung ernst", hatte der Anrufer mit slawischem Akzent gewarnt, als er sich am 14. September bei der Polizei, dem Flughafen und einem Reisebüro meldete. Der Bundesgrenzschutz hatte die Drohung als so ernst eingestuft, dass er den Flugverkehr stoppte und den Airport abriegelte. Spezialisten hatten das Gelände mit Spürhunden überprüft, eine Bombe aber nicht gefunden.

Als er auf der Ferieninsel Teneriffa erfuhr, dass daheim seine Wohnung durchsucht wurde, brach er seinen Urlaub ab und wurde am Donnerstagabend noch am Flughafen in Düsseldorf festgenommen.

Der nordrhein-westfälische Innenminister Fritz Behrens (SPD) zeigte sich über den Ermittlungserfolg erfreut. "Dies soll möglichen Nachahmern eine deutliche Warnung sein", sagte Behrens am Freitag. Gegen die Frau besteht nach Auskunft des Düsseldorfer Polizeichefs Dieter Höhbusch kein Haftbefehl. Die Frau werde aber weiter vernommen, sagte Mocken. Auch sie bestreitet die Vorwürfe.