Fahrzeugkontrolle Ausbrecher erschoss Polizist
Bubenreuth - Die Polizisten hatten in Bubenreuth bei Erlangen gegen 1.30 Uhr den Wagen gestoppt, als der Fahrer, ein 40 Jahre alter Ausbrecher, das Feuer eröffnete. Die Beamten schossen zurück. Der Täter wurde fünfmal getroffen und schwebt in Lebensgefahr. Ein 31-jährige Polizist wurde in den Bauch getroffen. Er starb eine Stunde später im Krankenhaus. Sein Kollege erlitt einen Schulterdurchschuss, Lebensgefahr besteht nicht. Beide Beamte waren unverheiratet und hatten keine Kinder.
Der Schütze sei ein Häftling, der vor rund drei Monaten aus einer geschlossenen Nervenklinik in Niederbayern geflohen war, erklärten Staatsanwaltschaft und Polizei in Nürnberg zum Motiv des Täters. Bei der Tatwaffe handelte es sich nach neuen Angabe um eine Pistole, das Modell stamme "aus dem Ostblock", wie ein Polizeisprecher sagte.
"Der Mann war ein Schwerkrimineller", sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Klaus Hubmann. Der aus dem Raum Bamberg stammende Verbrecher weise 18 Einträge im Strafregister auf. Er war wegen Schusswaffengebrauchs, gefährlicher Körperverletzung und Diebstahls verurteilt worden und galt als sehr gewaltbereit. Zuletzt wurde er zu sechs Jahren Haft wegen Drogenhandels verurteilt und in eine geschlossene Anstalt eingewiesen. Von dort konnte er Ende Juli fliehen.
In diesem Jahr wurden Polizeibeamte bereits mehrfach Opfer von Schüssen bei Fahrzeugkontrollen. Zuletzt erregten im Juni gleich zwei Fälle die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. In Dortmund und Waltrop erschoss am 17. Juni ein Amokläufer aus seinem Auto heraus insgesamt drei Polizisten, eine Beamtin wurde verletzt. Nur fünf Tage später schoss ein 25-Jähriger im hessischen Niederwalluf zwei Polizisten an; einer der Beamten starb danach im Krankenhaus.