Fahrzeugkontrolle Polizist erschossen
Bubenreuth - Die Polizisten hatten in Bubenreuth bei Erlangen gegen 1.30 Uhr einen Wagen gestoppt, als der Fahrer das Feuer eröffnete. Die Beamten schossen zurück. Der Täter wurde in den Bauch getroffen und schwebt in Lebensgefahr. Der 31-jährige Polizist wurde im Bauchbereich getroffen. Er starb eine Stunde später im Krankenhaus. Sein Kollege erlitt einen Schulterdurchschuss, Lebensgefahr besteht nicht. Beide Beamte waren unverheiratet und hatten keine Kinder.
Der Täter stammt ersten Erkenntnissen zufolge aus der Drogenszene. Wahrscheinlich handele es sich um einen 43-Jährigen aus Nürnberg. Beamte fanden entsprechende Papiere am Tatort. Die Polizei berichtete, er sei "im Rauschgiftbereich einschlägig vorbestraft" und habe bereits eine Haftstrafe verbüßt. Bei der Tatwaffe handelte es sich nach neuen Angabe um eine Pistole, das Modell stamme "aus dem Ostblock", wie ein Polizeisprecher sagte.
Das Motiv für die Bluttat ist noch unklar. Spezialkräfte der Polizei durchsuchen derzeit das Auto des Mannes nach möglichen Hinweisen. Auch die Spurensicherung am Tatort lief am Morgen noch auf Hochtouren.
Noch nicht geklärt ist auch, warum die Beamten den Wagen des Mannes verfolgten. Möglicherweise sei er durch sein Fahrverhalten aufgefallen, sagte ein Polizeisprecher. "Darüber kann man aber zu diesem Zeitpunkt nur spekulieren." Der Wagen sei jedenfalls legal gemeldet gewesen.
In diesem Jahr wurden Polizeibeamten bereits mehrfach Opfer von Schüssen bei Fahrzeugkontrollen. Zuletzt erregten im Juni gleich zwei Fälle die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. In Dortmund und Waltrop erschoss am 17. Juni ein Amokläufer aus seinem Auto heraus insgesamt drei Polizisten, eine Beamtin wurde verletzt. Nur fünf Tage später schoss ein 25-Jähriger im hessischen Niederwalluf zwei Polizisten an; einer der Beamten starb danach im Krankenhaus.