Fall Elián: Die letzte Entscheidung steht bevor - DER SPIEGEL
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Fall Elián Die letzte Entscheidung steht bevor

Das monatelange Tauziehen um den kubanischen Flüchtlingsjungen Elián González ist in die vermutlich letzte Runde gegangen. Die im US-Bundesstaat Florida lebenden Verwandten Eliáns riefen den Obersten Gerichtshof der USA an.
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Washington - Die Anwälte der in Miami lebenden Familie reichten am Montag in Washington einen Eilantrag ein. Damit wollen sie erreichen, dass das Gericht den Verbleib Eliáns in den USA anordnet, bis in der Sache endgültig entschieden ist. Ihre Chancen wurden von Justizexperten jedoch als gering eingeschätzt. Sollte der Oberste Gerichtshof den Fall ablehnen, könnte der sechsjährige Elian zusammen mit seinem Vater bereits am Mittwoch nach Kuba zurückkehren.

Die Anwälte von Eliáns Großonkel Lázaro González waren in den vergangenen Wochen vor jedem Gericht, das sie angerufen hatten, unterlegen. Zuletzt hatte sich ein Berufungsgericht in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia am Freitag geweigert, über einen Antrag der Verwandten zu beraten, dem Sechsjährigen in den USA Asyl zu erteilen. Es hob auch alle Reisebeschränkungen mit Wirkung ab kommendem Mittwoch auf. Damit zeichnet sich sieben Monate nach der Flüchtlingstragödie vor Florida ein Ende des amerikanisch-kubanischen Sorgerechtsstreits ab.

Eliáns Mutter war Ende November vergangenen Jahres auf der Flucht mit dem Kind aus Kuba ertrunken. Elián konnte gerettet werden und lebte zunächst bei dem Großonkel in Miami. Anfang April wurde er auf Anweisung des Justizministeriums gewaltsam aus dem Haus der Angehörigen geholt und zu seinem Vater gebracht, der inzwischen in die USA gekommen war. Beide halten sich im Raum Washington auf.