Fall Elián Gewaltsame Übergabe an den Vater?
Washington - Für die Verwandten in Miami ist es die letzte Möglichkeit, die Ausreise des Jungen zu verhindern. Heute wollen sie offiziell Berufung gegen die Gerichtsentscheidung zur Rückkehr des Jungen nach Kuba einlegen. Außerdem ist ein Dringlichkeitsantrag bei einem staatlichen Gericht geplant, das Sorgerecht für Elián bei dessen Großonkel in Miami zu belassen.
Auf Gewalt wollen die Angehörigen verzichten. Das erklärte eine Anwältin der Verwandten in Florida. Allerdings könne niemand garantieren, dass nicht Sympathisanten etwa durch eine Menschenkette Eliáns Wechsel in die Obhut des Vaters zu verhindern versuchten. "Wir leben schließlich, anders als die Menschen in Kuba, in einem freien Land."
Auch US-Justizministerin Janet Reno will eine erneute Eskalation verhindern. Reno hat Pläne dementiert, wonach der Sechsjährige notfalls mit Gewalt aus dem Haus der Verwandten geholt werden soll. "Ich habe derartige Pläne weder abgesegnet noch erhalten und auch nicht gesehen", sagte Reno gegenüber dem Nachrichtensender CNN. Vielmehr rechne sie damit, dass die Angehörigen ihre Anordnung befolgen und das Kind freiwillig in die Obhut des Vaters übergeben werden.