Fall Gsell: Arztwitwe bricht ihr Schweigen - DER SPIEGEL
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Fall Gsell Arztwitwe bricht ihr Schweigen

Im Prozess um einen fingierten Autoraub hat die angeklagte Tatjana Gsell überraschend ihren Jugendfreund schwer belastet. Der inzwischen suspendierte Staatsanwalt soll von Anfang an in den Versicherungsbetrug eingeweiht gewesen sein.
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Nürnberg - Nach Aussage Gsells habe ihr Jugendfreund den ganzen Plan gekannt. Der Jurist hatte zu Prozessbeginn jede Mittäterschaft abgestritten.

Gsell und deren Komplizen hatten versucht, die Luxuslimousine der 33-Jährigen an Autoschieber zu verkaufen. Den Deal wollte die Gruppe um Gsell als simplen Autodiebstahl erscheinen lassen, um auch noch die Versicherungsprämie zu erhalten.

Tatjana Gsell sagte aus, ihr Jugendfreund habe ihren Ehemann überredet, bei dem fingierten Überfall mitzumachen. Er habe sie und ihren Gatten juristisch beraten. Zudem soll er den 76-jährigen Franz Gsell geknebelt haben, um den Autoraub realistischer wirken zu lassen. Bei dem Überfall wurde der Schönheitschirurg jedoch so schwer verletzt, dass er zwei Monate später starb.

Ein Gerichtsmediziner sagte aus, dass am Tatort gefundene DNS-Spuren an Wollhandschuhen und an einer Mütze nicht zuzuordnen seien. Ob die gefundenen Haare von dem Staatsanwalt stammten, könne er nicht sagen. Er habe auch keinen Auftrag gehabt, dies mittels Analyse herauszufinden, sagte der Mediziner zum Erstaunen des Gerichts.