Fall Gsell: Ermittler belastet angeklagten Staatsanwalt - DER SPIEGEL
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Fall Gsell Ermittler belastet angeklagten Staatsanwalt

Im Betrugsprozess gegen die Chirurgen-Witwe Tatjana Gsell bringt die Aussage eines Fahnders den beschuldigten Staatsanwalt in Bedrängnis. In einem später widerrufenen Geständnis soll er seine Mittäterschaft zugegeben haben.
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Nürnberg - Der Polizist sagte vor dem Nürnberger Amtsgericht aus, dass der Staatsanwalt Stefan M. in seiner Gegenwart zugegeben habe, zur Tatzeit bei der Villa des Schönheitschirurgen Franz Gsell gewesen zu sein.

Die Autoschieber hätten einen Überfall auf Franz Gsell fingieren und dann Tatjana Gsells Luxuslimousine mitnehmen sollen. Als Belohnung für den Wagen sollte Stefan M. von den Schiebern 30.000 Euro in Empfang nehmen.

Diesen Plan habe ihm Stefan M. während der Vernehmung gestanden, berichtete der Zeuge. Es habe jedoch ein Problem gegeben: Auf Gsells Grundstück habe sich niemand dem Staatsanwalt gezeigt. Nach eigener Aussage habe der ratlose M. daraufhin Gsell angerufen, die sich zu dieser Zeit in Marbella aufhielt.

Nach der Vernehmung habe der Beschuldigte jedes Wort des Protokolls genau gelesen, sagte der Polizist vor Gericht. Einen Tag später widerrief Stefan M. jedoch seine Aussage. Am ersten Verhandlungstag sagte der Angeklagte, er sei zu einer Falschaussage genötigt worden. Tatsächlich habe er sich zur Tatzeit nicht bei Gsells in Nürnberg, sondern zu Hause in Bamberg vor dem Fernseher befunden.

Entgegen dem bisherigen Sitzungsplan wird die Anhörung des Polizisten länger dauern als geplant. Die Richterin will morgen möglicherweise einen zusätzlichen Verhandlungstag einfügen. Das hätte zur Folge, dass Tatjana Gsells geplanter Auftritt in der Reality-Show "Die Alm" auf ProSieben platzen würde.