Fall Jeffrey Epstein: Privatdetektiv Mike Fisten jagte den Multimillionär - DER SPIEGEL
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Privatdetektiv ermittelte in Missbrauchsfall Der Mann, der Jeffrey Epstein jagte

Der Privatdetektiv Mike Fisten hat den Multimilllionär observiert, Beweise gesammelt, mutmaßliche Opfer geschützt - fast zehn Jahre lang. Dabei sei er selbst zur Zielscheibe für Epsteins Schergen geworden.
Foto: ZUMA Press/ imago images
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Es gibt eine Geschichte, die Mike Fisten gern erzählt, wenn man ihn danach fragt, wie Epsteins Leute ihm das Leben zur Hölle gemacht haben. Es sei am Morgen nach dem irischen Nationalfeiertag St. Patrick’s Day gewesen, da habe es an seiner Haustür geklingelt, in einem Vorort von Miami. Fisten hatte abends zuvor mit Freunden ein paar Bier im Pub getrunken, vielleicht ein paar zu viel. Vor der Tür stand der Sheriff. Er sagte: "Wir hatten mehrere Anrufe von Leuten, die gesehen haben, wie Sie letzte Nacht in einem Ninja-Kostüm in Jeffrey Epsteins Villa in Palm Beach eingebrochen sind." Fisten blickte den Sheriff ungläubig an. Ein Einbruch? Im Ninja-Kostüm? Bitte, Sir, habe er geantwortet, schauen Sie in meinen Schrank. Da hängt kein Ninja-Kostüm.

Fisten ist sich sicher, dass die Leute von Jeffrey Epstein dahintersteckten. Sie hätten ihn bei der Polizei gemeldet, sie hätten ihn des Einbruchs bezichtigt - ausgerechnet ihn, einen ehemaligen Polizisten. Epstein sei es darum gegangen, ihn von den Ermittlungen abzubringen und davon, in seinem Leben herumzuspionieren. Die Episode mit dem Sheriff sei noch lustig gewesen, sagt Fisten. Ihm einen Einbruch im Ninja-Kostüm anzudichten, das sei so lächerlich, darüber könne man lachen. "Alles andere war furchtbar."

Mike Fisten, 62 Jahre alt, hat über viele Jahre hinweg privat gegen Epstein ermittelt. Bezahlt wurde er von dem Anwalt Bradley Edwards aus Miami, der mehrere mutmaßliche Epstein-Opfer vertritt. Fisten war, neben der Reporterin Julie Brown, die für den "Miami Herald" über den Missbrauchsskandal berichtete, und einer Handvoll Polizisten, einer der wenigen Leute, die am Fall blieben. Er ließ sich nicht unterkriegen von einem System, das einen Mann schützte, weil dieser reich war, gute Anwälte hatte und mächtige Freunde besaß.

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