Fall Laureta Verdächtige gesteht Säuglingsentführung
Leverkusen - Der Fall der in Leverkusen aus einer Klinik entführten Laureta ist offenbar geklärt. Nachdem das Baby unversehrt gefunden worden war und wieder bei seinen Eltern ist, nahm die Polizei die mutmaßliche Täterin fest. Die 39-Jährige gestand die Tat und soll morgen dem Haftrichter vorgeführt werden.
Wie die Staatsanwaltschaft weiter berichtete, wurde außerdem Haftbefehl gegen ein 18-jähriges Pärchen erlassen. Die Täterin soll das Neugeborene bei den jungen Leuten eine Zeit lang versteckt haben, die 18-jährige ist hochschwanger - dass sie mit einem Neugeborenen gesehen wurde, erregte Aufsehen.
Die Festnahme der 39-Jährigen gelang am frühen Morgen nach Hinweisen aus der Bevölkerung. Was das Motiv angehe, seien weitere Ermittlungen nötig. Nach Veröffentlichung eines Phantomfotos waren mehr als 50 Hinweise bei den Ermittlern eingegangen. Zehn Beamte kümmerten sich ausschließlich um diesen Fall.
Gefunden im Fahrstuhl eines Wohnhauses
Laureta war gestern unversehrt im Fahrstuhl eines Wohn- und Geschäftshauses in Düren, rund 50 Kilometer von der Klinik, gefunden worden. Die Entführerin hatte das Baby dort abgelegt. Offenbar unter dem Druck der öffentlichen Fahndung habe die Frau das Baby so ausgesetzt, dass es wohlbehalten habe gefunden werden können, erklärte die Polizei. Eine Untersuchung im Krankenhaus habe eindeutig ergeben, dass es sich bei dem gefundenen Mädchen um das entführte Baby handele. Bevor die Eltern über das Happyend informiert wurden, verglichen die Ärzte im Remigius-Krankenhaus noch die nach der Geburt am Mittwoch genommenen Fußabdrücke mit denen des Findlings. Nachdem die Abdrücke übereinstimmten und die Identität zweifelsfrei war, wurde Laureta ihren überglücklichen Eltern ins Patientenzimmer gebracht.
Laureta war am Mittwoch nur fünf Stunden nach ihrer Geburt aus der Klinik verschleppt worden. Die 35-jährige Mutter hatte nachmittags mit dem Baby auf ihrem Zimmer gelegen, als gegen 15 Uhr eine Frau hereingekommen war, die ähnlich wie das Krankenhauspersonal bekleidet war. Die Unbekannte hatte der Mutter mitgeteilt, dass sie das Kind auf die Station bringe, und war mit dem Säugling verschwunden. Erst als gegen 16 Uhr eine Hebamme das kleine Mädchen zu einer Untersuchung hatte abholen wollen, war das Verschwinden des Säuglings festgestellt worden.
Das Kind sei gesund und von der Entführerin gut versorgt worden, sagte der Frauenarzt der Remigius-Klinik in Leverkusen, Anton Humrich.