Verhungerter Junge Anwalt von Marcels Mutter legt Revision ein
Mannheim - Der Fall des verhungerten Marcel beschäftigt nun den Bundesgerichtshof: Der Anwalt der zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilten Mutter wolle das Urteil überprüfen lassen, bestätigte das Landgericht Mannheim einen Bericht des "Mannheimer Morgen". Rechtsanwalt Steffen Lindberg hat Revision eingelegt, weil er das Strafmaß für deutlich überhöht hält.
Nun muss der Bundesgerichtshof prüfen, ob im Verfahren juristische Fehler gemacht wurden. Dies könne einige Monate dauern, sagte Lindberg. Die Mutter von Marcel hatte im Prozess zugegeben, dass sie ihren Sohn verhungern ließ, um ihm weiteres Leid zu ersparen.
Der Neunjährige war 2010 verwahrlost und stark abgemagert von einem Amtsarzt in der Wohnung gefunden worden. Er starb wenige Wochen später. Bei der Urteilsverkündung weinte seine Mutter bitterlich.
"Ich gehe davon aus, dass die Kausalität zwischen Unterernährung und Tod nicht eindeutig nachgewiesen ist", sagte Lindberg. Er zweifelte die Sachkenntnis der Gerichtsmedizinerin an. Sie verfüge über zu geringes Wissen über die schwere Stoffwechselerkrankung, die Marcel die Fähigkeit nahm, zu essen, zu gehen, zu sehen und zu sprechen.